Wirtschaftsverbände wollen keine zweite Tramachse in Bern

Bern

Berner Wirtschaftsverbände wehren sich vehement gegen eine zweite Tramachse. Sie befürchten eine «massive Störung» des Verkehrs Bubenbergplatz-Bollwerk und Probleme bei der Belieferung der Innenstadtgeschäfte.

Ecke Bollwerk - Speichergasse: Ein grosser Teil der Innenstadt wird via Speicher- und die Nägeligasse beliefert. Ein Tram würde diesen Anlieferverkehr erheblich stören, glauben die Berner Wirtschaftsverbände.

Ecke Bollwerk - Speichergasse: Ein grosser Teil der Innenstadt wird via Speicher- und die Nägeligasse beliefert. Ein Tram würde diesen Anlieferverkehr erheblich stören, glauben die Berner Wirtschaftsverbände.

(Bild: Urs Baumann)

Ein grosser Teil der Läden in der Berner Innenstadt werde über die Speicher- und die Nägeligasse versorgt. Das schreiben die Innenstadtorganisation BernCity, die Sektion Bern des Handels- und Industrievereins, der Gewerbeverband KMU Stadt Bern und der Verband der Arbeitgeber der Region Bern in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Wenn nun ein Tram in diesen Gassen verkehren würde, käme es zu «erheblichen Störungen des Anlieferverkehrs». Die Innenstadtgeschäfte seien auf ein gut funktionierendes Anlieferregime angewiesen.

Die vier Organisationen und Verbände verweisen auch auf die kommunale Volksabstimmung von 2009 über einen autofreien Bahnhofplatz. Damals habe sich das Volk für die Beibehaltung der aktuellen Verkehrsführung im Bereich Bahnhof/Bollwerk ausgesprochen.

Wenn nun aufgrund des Trams die Kapazität des motorisierten Individualverkehrs auf dieser Achse «via Hintertür» beschränkt wurde, sei das «nicht annehmbar».

Für die Wirtschaftsverbände besteht aber auch schlicht kein Bedarf für eine zweite Tramachse. Da vorgesehen sei, die Buslinie 12 über die Amthaus- und die Schauplatzgasse zu führen, nehme der Gesamtverkehr in der zentralen Spital- und der Marktgasse nicht zu.

Projektierungskredit genehmigt

Der Berner Stadtrat genehmigte Mitte Juni den Projektierungskredit für die zweite Tramachse durch Bern, nach einer teils gehässigen Debatte. Die zweite Tramachse soll gemäss den bisherigen Planungsarbeiten vom Kocherpark via Belpstrasse, Bahnhofplatz, Bollwerk, Speicher- und Nägeligasse zum Kornhausplatz führen.

Die zusätzliche Achse dient dem Ziel, den heute durch den öffentlichen Verkehr stark belasteten Hauptgassen etwas Luft zu verschaffen. Pro Stunde fahren dort bis zu 104 Trams und Busse durch. Auch der Raum Bubenbergplatz-Hirschengraben würde mit der zweiten Achse entlastet.

Für Tram Region Bern

Ausgelöst wurde die Planung einer zweiten Achse durch das Projekt Tram Region Bern. Gegen dieses Projekt haben die vier Organisationen nichts einzuwenden. Dieses Projekt bedeute eine Stärkung der Standortattraktivität und erschliesse wichtige Gebiete besser.

tan/sda

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