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«Wir wollen ein Wahrzeichen für die ganze Region schaffen»

Am Montagabend haben die Verantwortlichen die neuen Entwürfe für das Ostermundiger Bären-Hochhaus vorgestellt. Die Kritik der letzten Monate hat gewirkt: Die neue Variante wirkt deutlich filigraner als die alte.

So könnte es im Jahr 2020 aussehen: Der Blick von der Rüti auf das geplante Bären-Hochhaus (rechts) und das Swisscom-Hochhaus.
So könnte es im Jahr 2020 aussehen: Der Blick von der Rüti auf das geplante Bären-Hochhaus (rechts) und das Swisscom-Hochhaus.
Halter AG/zvg
So soll das Hochhaus von Nahem aussehen.
So soll das Hochhaus von Nahem aussehen.
zvg
Zum Vergleich: So sah der alte Hochhaus-Entwurf aus.
Zum Vergleich: So sah der alte Hochhaus-Entwurf aus.
zvg
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Mit Spannung waren sie erwartet worden, die überarbeiteten Pläne für das geplante Hochhaus auf dem Bären-Areal. Denn während der öffentlichen Mitwirkung ging – nebst Lob – auch einiges an Kritik ein: Etliche Anwohner, Parteien und Fachleute erachteten das Hochhaus als zu wuchtig, als zu sehr auf Nutzung ausgerichtet. Sie forderten, dass mehr für die Qualitätssicherung getan werde, zum Beispiel mit einem Architekturwettbewerb.

«Wir wollen hier etwas Gutes schaffen. Ein Wahrzeichen mit Ausstrahlung für die gesamte Region», erklärt Giancarlo Perotto von der Halter AG. Die Firma, die das Projekt entwickelt, hat gestern zusammen mit den Ostermundiger Gemeindebehörden die neuen Entwürfe präsentiert. Die Veränderungen gegenüber der ersten Version vom vergangenen Jahr sind offensichtlich: Das Haus soll zwar immer noch 100 Meter in die Höhe ragen, die gesamte Grundfläche wurde aber auf 27'000 Quadratmeter reduziert, das sind 10 Prozent weniger als ursprünglich vorgesehen. Das Volumen des Bauwerks ist um 8 Prozent kleiner, dadurch wirkt das Hochhaus für den Laien weniger klobig und kantig.

Beirat statt Wettbewerb

Im Hochhaus sowie in dem neuen Nebengebäude sollen Läden, Restaurants, Konferenzräume und Büros entstehen. Dazu 120 bis 130 neue Wohnungen sowie ein Dreisternhotel mit 100 Zimmern. «Der Bedarf dafür ist da», sagt Giancarlo Perotto. Er erinnert daran, dass in der Region Bern derzeit 500 bis 600 Hotelbetten fehlen. Und dass Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmerwohungen mit gutem ÖV-Anschluss ebenfalls gefragt seien.

Gemeindepräsident Thomas Iten (parteilos) sieht das Hochhaus als «wegweisendes Projekt für Ostermundigen». Einen Wunsch, der während der öffentlichen Mitwirkung immer wieder auftauchte, erfüllen die Gemeindebehörden aber nicht: den Architekturwettbewerb. Fachleute wie Expo.02-Chefarchitekt Rudolf Rast oder Peter Raaflaub, Bauberater beim Berner Heimatschutz, haben sich wiederholt für einen solchen starkgemacht.

Thomas Iten und Giancarlo Perotto dagegen sind überzeugt, die Qualität des Hochhauses auch mit anderen Mitteln sicherstellen zu können. Konkret will die Gemeinde einen Gestaltungsbeirat mit fünf externen Fachleuten und vier Gemeindevertretern einsetzen. Perotto vergleicht dieses Gremium mit einer Wettbewerbsjury, die sich nicht auflöst, wenn ein Siegerprojekt bestimmt ist, sondern bis zum Schluss bestehen bleibt. Denn diese spätere Phase sei mindestens ebenso wichtig: Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern etwa sehe heute markant anders aus als auf den Plänen, die Jean Nouvel zuerst beim Architekturwettbewerb eingereicht habe.

Fassade kann noch ändern

Die Leute im Saal – sie haben sich während der Mitwirkung geäussert und sehen die überarbeiteten Pläne nun als Erste – hören Perottos und Itens Ausführungen gespannt zu. Ein Mann will wissen, ob die Halter AG das Projekt denn fallen liesse, wenn die Gemeinde auf einem Architekturwettbewerb beharren würde. Ein eindeutiges Ja oder Nein erhält er zwar nicht, aber es ist offensichtlich: Für die Projektentwickler und den Gemeinderat sind die Würfel gefallen. Es findet kein Wettbewerb statt.

Und wie endgültig sind die gestern präsentierten Pläne? Das Erscheinungsbild des Bären-Hochhauses, insbesondere die Fassadengestaltung, könne sich noch ändern, antwortet Giancarlo Perotto. Aber das Volumen, «das möchten wir ungefähr beibehalten».

Im Idealfall beginnen die Bauarbeiten 2016, bezugsbereit ist das Hochhaus frühestens Ende 2018. Bis es soweit ist, stehen noch mehrere politische und rechtliche Hürden im Weg. Auch sind die Pläne erst im Entwurf-Stadium. Die Debatte hat aber bereits begonnen: Wie finden Sie das Hochhaus? Schreiben Sie Ihre Meinung als Kommentar und stimmen Sie ab.

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