Zum Hauptinhalt springen

«Wir sind vor Bern, nicht dahinter»

Die Gemeinde will jetzt ein Vorbild sein, noch mehr im Zentrum stehen – und ihre Aufgaben erledigen.

Obwohl Belp über 10'000 Einwohner hat, entscheidet noch die Gemeindeversammlung über die Geschäfte.
Obwohl Belp über 10'000 Einwohner hat, entscheidet noch die Gemeindeversammlung über die Geschäfte.

In Belp ist die Turnhalle Neumatt seit über einem Jahr geschlossen: Wasserschaden. Das ist keine erfreuliche Sache, laut Gemeindepräsident Benjamin Marti (SVP) kommt sie allerdings nicht von ungefähr. «Bei uns gaben die Finanzen jahrelang die Richtung vor.» 3 Millionen Franken standen pro Jahr für Investitionen zur Verfügung, für Strassen und Abwasser, neue Gebäude und ­Sanierungen. 3 Millionen, mehr nicht. «Das holt uns jetzt ein.»

Doch künftig will Marti böse Überraschungen bei der Infrastruktur vermeiden. «Wir werden unseren Job ohne Scheuklappen machen.» Das steht jetzt auch schwarz auf weiss geschrieben – im neuen Leitbild der Gemeinde, das Ziele und Strategien für die Zukunft enthält.

Alles vor Ort

Gestern stellte Marti das druckfrische Papier zusammen mit Gemeindevizepräsident Stefan Neuenschwander (SP) den Medien vor. Entworfen wurde es vom Gemeinderat und von den Kaderangestellten.

Was beispielsweise Turnhallen und andere Gebäude betrifft, will die Gemeinde «den Werterhalt ihrer Liegenschaften strategisch und vorausschauend» angehen. Schliesslich passen feuchte Turnhallenböden auch schlecht zu einer Gemeinde, die sich neuerdings als Vorbild sieht.

Denn mit dem neuen Leitbild präsentierten Marti und Neuenschwander auch gleich einen neuen Slogan: «vorOrt, vorBild, vorBern». Keine Werbeagentur habe ihn erfunden, sondern der Gemeinderat selbst, beteuerten die beiden, 20 000 Franken habe die ganze Übung gekostet. Und sie sind sich durchaus bewusst, welche Bürde sie sich mit dieser Ankündigung aufgeladen haben: Ein Vorbild zu sein, an diesem Anspruch können die Einwohner ihre Gemeinde künftig messen.

Der erste Teil des Slogans sei hingegen rein geografisch aufzufassen und nicht auf einen Wettbewerb mit der Stadt zu beziehen, sagte Neuenschwander – wobei: «Hinter Bern sind wir bestimmt auch nicht.»

Und was das Wort «vorOrt» anbelangt, soll es darauf hinweisen, dass man in Belp alles vor Ort vorfindet: ein Dorfzentrum, Gewerbe, Einkaufszentren, den Autobahnanschluss, den Flughafen, drei Gewässer, den Belpberg. «Diese Vielfalt gibt es nicht in jeder Gemeinde.»

Urbaner werden

Belp bezeichnet sich jetzt als eine «Gemeinde im Vorwärtsgang», mit einer dynamischen Entwicklung und einem «nachhaltigen Umgang» mit Finanzen, Infrastruktur und Umwelt. «Wir wollen ein wichtiger Partner für die umliegenden Gemeinden sein», sagt Neuenschwander. Die Zentrumsfunktion soll gestärkt werden. Auch eine «massvolle Urbanisierung» und eine «engagierte Gesellschaft» werden angestrebt.

In Sachen Kommunikation will Belp neue Wege gehen. «Auf So­cial Media sind wir bisher noch nicht präsent», sagt Marti. Auch auf diesen Kanälen wird die Gemeinde künftig kommunizieren – aber nicht unbedingt über Wasserschäden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch