«Wir sind seit 30 Jahren für die Meisterparty parat»

Bern

Am Samstag haben die Young Boys gegen Luzern ihren ersten Matchball. Wie rüsten sich ­Berner Bars für die Nacht der Nächte? Und was für Regeln müssen sie ­dabei beachten?

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Claudia Salzmann@C_L_A
Michael Bucher@MichuBucher

Sollte YB am Samstag gegen Luzern gewinnen und den lang ersehnten Meistertitel holen, wird in Bern das Bier in rauen Mengen fliessen. So viel ist sicher. Auf dem Quartierplatz vor dem Wankdorfstadion wird die Brauerei Felsenau für den Ansturm gerüstet sein, wie Verkaufsleiter Pierre Dubler versichert. «Wir glauben so fest an den Meistertitel, dass wir schon lange mit Brauen beschäftigt sind. Wir brauchen acht Wochen Vorlauf, um mehr Bier zu brauen», sagt er. Ein Meisterbier darf Felsenau zwar nicht vermarkten, da die Berner Brauerei nicht offizieller Biersponsor ist. «Aber wir haben ja das Hauptstadtbier», fügt er schmunzelnd an.

Trubel wie an der Fasnacht

Und wie machen es andere Beizen? Beim Café Kornhaus etwa werde man zusätzliches Personal aus dem Restaurant auf der Terrasse einsetzen, um genug schnell Bier ausschenken zu können, teilt Samuel Menti vom Kornhaus mit. Obwohl die Stadtbehörden für alle Lokale eine Freinacht bewilligt haben, will das Kornhaus nicht die ganze Nacht geöffnet haben, einfach nur «solange durstige Leute da sind», so Menti.

Auch auf dem Bärenplatz steht einer spontanen Meisterparty nichts im Weg: «Wir sind parat für ein Happening», sagt Christian Gfeller, der das gleichnamige Restaurant, die darüberliegende Plattform und das Chez Edy führt. Er habe genug Speis und Trank bestellt und feiere gerne bis nach Mitternacht mit.

Ein besonders fussballaffiner Ort ist die Fussballbar Goal an der Junkerngasse. Hier sei man seit 30 Jahren für die Meisterparty parat. «Stammgäste wissen, was auf sie zukommt», sagt YB-Fan Tinu Horisberger, der die Bar seit 6 Jahren führt.

Seit die Zeichen auf Meister­titel stehen, sei auch seine Fussballbar besser gefüllt. «Bei uns wird einfach offen sein, bis es nichts mehr zu trinken gibt», so Horisberger. Er erwartet einen ähnlichen Trubel wie an der Fasnacht – mit dem Unterschied, dass alle in der gleichen «Verkleidung» erscheinen.

Auch im Old City Irish Pub in der Kramgasse blickt man der eventuellen Freinacht gespannt entgegen. Da die Betreiber Manuel Trummer und Mark Jaksa selber YB-Fans sind, haben sie Zusatzpersonal engagiert. «Wir rechnen mit vielen Leuten und werden bis Sonntag durchziehen», sagt Trummer. Eine Runde aufs Haus sei nicht ausge­schlossen.

Public Viewing: Wer darf?

Bei Fussballspielen von besonderer Tragweite steigen immer auch die Public-Viewing-Angebote inflationär an. Seitens der Stadt Bern wird zwar kein Public Viewing betrieben, doch etliche Bars in der Stadt werden das Spiel live auf ihren Fernsehern zeigen. Dabei müssen die Kneipen ein paar rechtliche Bestimmungen beachten.

Wer sowieso einen Fernseher und ein Radio in seinem Lokal hat und Billag-Gebühren abliefert, kann ohne zusätzlichen Papierkram seine Gäste mit der Liveübertragung versorgen. Dies allerdings nur, wenn der Fernseher oder die Leinwand eine Diagonale von unter 3 Metern aufweist. Ist die Bildfläche grösser, muss bei der Suisa eine Bewilligung eingeholt werden. Dabei fallen Gebühren an. Diese können von 62 Franken pro Tag (Bilddiagonale 3 bis 5 Meter) bis 250 Franken pro Tag (12 Meter und mehr) reichen. Wird für den Anlass Eintritt verlangt, verdoppelt sich die Entschädigung an die Schweizer Urheberrechtsvereinigung.

Auf Anfrage gibt Giorgio Tebaldi, Kommunikationschef bei der Suisa, bekannt, dass bis Donnerstag lediglich ein Stadtberner Lokal eine Bewilligung bei der Suisa erhalten habe. Dabei handelt es sich um den Progr, wie dieser bestätigt. Dort wird das YB-Spiel in der Turnhalle auf Grossleinwand übertragen, so der Co-Geschäftsführer Michael Szedlak.

Berner Zeitung

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