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«Wir nehmen beide Geld ein»

In Bümpliz arbeiten die kantonale Steuer­verwaltung und der Archäologische Dienst unter einem Dach. Es gibt erstaunliche Parallelen.

Sandra Rutschi
Was haben Steuerverwaltung und Archäologischer Dienst gemeinsam – ausser dass sie sich den Personaleingang teilen? Bilder: Nicole Philipp
Was haben Steuerverwaltung und Archäologischer Dienst gemeinsam – ausser dass sie sich den Personaleingang teilen? Bilder: Nicole Philipp

Hinter dem Personaleingang an der Brünnenstrasse 66 liegen Knochen im Keller. Derweil wird in den Büros in den oberen Stockwerken das Geld beschafft, das den Kanton Bern am Leben hält. Die Chefs dieser Institutionen stehen beim Eingang: Claudio Fischer (43), der kantonale Steuerverwalter, in Anzug und Krawatte. Und Adriano Boschetti (46), der Kantonsarchäologe, in Hemd und grauem Pullover. Regelmässig treffen sie sich zum Mittagessen in der Kantine. Auch, wenn es nicht viele Berührungspunkte gibt: Sicherheitsfragen, aber auch der Weihnachtsapéro und das Eiertütschen an Ostern gehören dazu.

Kantonsarchäologe Adriano Boschetti (links) und Steuerverwalter Claudio Fischer betrachten Skelettstücke.
Kantonsarchäologe Adriano Boschetti (links) und Steuerverwalter Claudio Fischer betrachten Skelettstücke.

Seit 2006 sind der Archäologische Dienst und die Steuerverwaltung im ehemaligen Hauptsitz der Gfeller AG (später Ascom) in Bümpliz unter einem Dach. Davor waren beide Abteilungen auf mehrere Standorte in der ganzen Stadt verteilt. Etwa 550 Leute arbeiten bei der Steuerverwaltung an der Brünnenstrasse, beim Archäologischen Dienst gut 50. «Wir sind der kleine Bruder», sagt Boschetti, während er das Treppenhaus zu den Kellergeschossen betritt. «Es ist logisch, dass ihr dort unten seid», sinniert Fischer. «Bei euch geht es ja ums Graben.» Das weiss er seit seiner Kindheit: Fischers Mutter war Archäologin. Sie war oft in Norditalien am Graben.

Kisten bis unters Dach

Grabungsbilder zieren denn auch die Wände im Treppenhaus, die zum Lager und zu den Arbeitsräumen der Archäologie führen. Boschetti betritt einen Raum, in dem Skelettstücke auf die Untersuchung warten. Aus dem Radio in der Ecke klingt leise AC/DC-Musik. Ein Mitarbeiter reinigt gerade Knochen aus dem Frühmittelalter.

Unzählige Knochen und Skelettstücke lagert der Archäologische Dienst im Keller.
Unzählige Knochen und Skelettstücke lagert der Archäologische Dienst im Keller.

Noch ein Stockwerk tiefer im Lager wird klar: Der Archäologische Dienst mag von der Mitarbeiterzahl her der kleine Bruder sein. Er braucht aber fast genauso viel Platz wie die Steuerverwaltung. In hohen Hallen stapeln sich Kisten bis unters Dach. Allein in jenem Raum, in dem die aktuellen Fälle lagern, haben über 10'000 Kisten Platz.

Im Nebenraum ist es kalt. Hier lagert Metall, das ein spezielles Klima benötigt. Darunter sind auch antike Fundmünzen. «Das ist eine Gemeinsamkeit», sagt Boschetti zu Fischer. «Wir nehmen beide Geld ein, nur müssen wir es der Staatskasse nicht abgeben.» Fischer lacht.

Antike Münzen im Fundbestand des Archäologischen Dienstes.
Antike Münzen im Fundbestand des Archäologischen Dienstes.

Was hat denn mehr Wert, der archäologische Schatz oder die jährlich rund zehn Milliarden Franken, welche die Steuerverwaltung einnimmt? Boschetti winkt ab. «Rein monetär ist unser Fundbestand schwer zu schätzen. Vieles hat primär einen wissenschaftlichen Wert.»

Der heisse Draht

Zwei Stockwerke über dem kühlen Lager läuft bei der Steuerverwaltung der Draht heiss. Kürzlich wurde hier neuer Teppich verlegt, damit die Kälte weniger spürbar ist, die von unten durch den Boden dringt. Grosse blaue Ziffern hängen von der Decke: 031 633 60 01, die Infoline der Steuerverwaltung. 45 Sekunden sollte ein Gespräch höchstens dauern, dann muss der Anrufer in die richtige Abteilung weitergeleitet sein.

Noch weiter oben präsentiert auch Claudio Fischer ein Lager, aber ein viel kleineres als die imposanten Gestelle im Keller. Hier lagern die Akten für die Grundstückgewinnsteuern. Mindestens 35 Jahre werden sie aufbewahrt. Im Zeitverständnis der Archäologen wäre das nicht einmal ein Wimpernschlag.

Was sich hinter dieser Tür im Berner Inselspital verbirgt, erfahren Sie im letzten Bericht unserer Serie: Die Adventstür vom 24. Dezember.
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Was verbirgt sich hinter dieser schwarzen Türe in der Reitschule in Bern? Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 22. Dezember.
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Was haben Steuerverwaltung und Archäologischer Dienst gemeinsam – ausser dass sie sich den Personaleingang teilen? Hier gehts zur Adventstüre vom 21. Dezember.
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Nicole Philipp
Der Hintereingang des Stadttheaters führt in den dreistöckigen Backstage-Bereich. Dahinter herrscht vor einer Aufführung emsiges Treiben. Hier gehts zur Adventstüre vom 20. Dezember.
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Hinter der Türe des Autobahnwerkhofs herrscht Hochbetrieb, wenn es draussen eiskalt ist. Hier gehts zur Adventstüre vom 19. Dezember.
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Hinter der Metalltüre neben den Papageientauchern befindet sich die Tierarztpraxis des Tierparks Bern. Hier gehts zur Adventstüre vom 18. Dezember.
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Hinter dieser versprayten Holztür verbirgt sich das innere des Berner Blutturms. Der Name des Turms verheisst Gefährliches. Jonas Schütz der Turmmeister klärt auf. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 17. Dezember..
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Raphael Moser
Hinter einem grossen gelben Tor am Berner Bollwerk verbirgt sich der nicht öffentliche Bereich des Hauptbahnhofs. Was sich hinter den Kulissen des Verkehrsknotenpunkts abspielt. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 16. Dezember..
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Hinter diesem Gittertor erklärt der Klärwerkmeister Hans Stucki wie die ARA Langnau funktioniert. Hier erfahren Sie mehr zur Adventstüre vom 15. Dezember..
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Hinter diesem Tor, wie man es auch in anderen Industriebetrieben und bei Autogaragen antrifft, wird nicht etwa mit grobem Stahl oder Öl gearbeitet. Was die Roviva Roth & Cie dahinter produziert, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 14. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter diesem Zaun zwischen Lorrainbrücke und Hodlerstrasse befindet sich die älteste Drogenanlaufstelle der Welt. Das «Fixerstübli» ist mehr als ein Ort, an dem sich Süchtige einen staatlich tolerierten Schuss setzen können: Die Adventstüre vom 13. Dezember.
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Diese Tür ohne Falle macht es deutlich: Eintreten für unbefugte nicht erwünscht. Wer dahinter sitzt und das sie dort tut, erfahren Sie hinter der Adventstüre vom 12. Dezember.
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In der Rechtsmedizin werden jährlich rund 280 Leichen untersucht. Und meist lüftet sich hinter dieser Tür auch das letzte Geheimnis... Hier gehts zur Adventstüre vom 11. Dezember.
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Hinter dieser Tür in Ostermundigen backen fleissige Hände Weihnachtsleckereien. Wie die Bären auf die Lebkuchen kommen, lesen Sie hier: Adventstüre vom 9. Dezember.
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In Löwenberg bei Murten findet man im Wald den Eingang zu einem alten Infanteriebunker. Was sich darin befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 8. Dezember
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Mitten in der Stadt Bern verbirgt sich ein mehrere Hundert Meter langer Stollen. Welch beeindruckendes Bijou sich hinter der Tür befindet, lesen Sie hier: Adventstüre vom 7. Dezember.
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Der Samichlous und der Schmutzli haben uns in ihrem Waldhaus im Inselwald bei Niederwangen empfangen. Wie im Innern des Häuschens aussieht, lesen Sie hier: Adventstüre vom 6. Dezember.
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Hinter dieser Tür im Bremgartenwald befindet sich das Camp dreier Waldmenschen. Wieso auf die Annehmlichkeiten eines Stadtlebens verzichten und in den Wald ziehen? Dazu erfahren Sie mehr hier: Adventstüre vom 5. Dezember.
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Diese Tür befindet sich in der Gärtnerei Ellenberger und Fuhrimann in der Berner Altstadt. Dahinter reiht sich Blumenbeet an Blumenbeet – fünfzig Meter den Hang hinab, wie Sie hier lesen können: Adventstüre vom 4. Dezember.
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Beat Mathys
Hinter dieser Tür in Port bei Biel liegt das Reich von Claudia Schuler. Sie arbeitet hier als Schleusenwärterin. Wie es in ihrem Kabäuschen aussieht, und warum sie im Winter wenig zu tun hat, lesen Sie hier: Adventstüre vom 3. Dezember.
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Kurz vor 5 Uhr hebt sich das erste Tor des Tramdepots Bolligenstrasse in Bern. Wer hat den Schlüssel? Lesen Sie es hier: Adventstüre vom 2. Dezember
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