«Wir nutzen Berns Flughafen fast nie»

Die CSL Behring hat im Wankdorf den Grundstein für ihr neues Produktionsgebäude gelegt. CEO Paul Per­reault erklärt, was Bern der Firma bedeutet und warum das Management kaum mit Skywork geflogen ist.

Paul Perreault, Chef der australischen CSL Limited, auf der Berner Baustelle.<p class='credit'>(Bild: Raphael Moser)</p>

Paul Perreault, Chef der australischen CSL Limited, auf der Berner Baustelle.

(Bild: Raphael Moser)

Herr Perreault, welche Bedeutung hat der Standort Bern für die global tätige CSL?Paul Perreault:Bern ist ein sehr bedeutender Standort für die Herstellung unseres weltweit meistverkauften Produktes. Von Bern aus konnten wir unser Know-how im Bereich der Blutplasma-Medikamente stets erweitern und werden dies weiter tun.

Ihr Unternehmen baut überall auf der Welt Produktionsstätten. Wie kompliziert ist es in Bern vergleichsweise, ein solches Projekt zu realisieren? Zu viel Bürokratie?Die grösste Schwierigkeit ist es immer, neues Bauland zu finden. Ich bin glücklich, dass uns dies nun sowohl in der Stadt Bern als auch in Lengnau gelungen ist. Die Zusammenarbeit mit den Berner Behörden war immer vorbildlich und unkompliziert. Andere Länder könnten von der Schweiz lernen, was es heisst, ausländische Firmen zu begleiten und sie durch den Dschungel all der Formulare und Projektschritte zu navigieren.

CSL Behring setzt derzeit im Kanton Bern zwei grosse Expansionsprojekte um. Ist es der letzte grosse Ausbau?Wir wachsen in vielen Teilen der Welt, setzen im Moment mehrere Bauprojekte um. Das Vorhaben in der Schweiz ist ein Schlüsselprojekt für uns. Für eine weitere Expansion braucht es immer zuerst ein Wachstum, also eine steigende Nachfrage nach unseren Produkten. Erst wenn diese ­ Entwicklung da ist, können wir über einen neuen Ausbau nachdenken.

«Unsere Leute  fliegen meistens über Zürich und Frankfurt.»Paul Perreault

Im vergangenen Winter mussten Sie den Innenausbau der neuen Fabrik in Lengnau stoppen. Läuft mittlerweile wieder alles nach Plan?Wir mussten die Bauarbeiten unterbrechen, weil wir aufgrund von Veränderungen auf dem Markt überdenken mussten, welche Produkte wir in Lengnau herstellen wollen und können. Aber jetzt gehen wir vorwärts und sind auf Kurs.

Vor rund zwei Wochen groundete die Berner Fluggesellschaft Skywork. Wie wichtig war oder ist der Flughafen Bern-Belp für CSL Behring als einer der bedeutenden Arbeitgeber des Kantons Bern?Ehrlich gesagt nutzen wir den Flughafen fast nie. Unsere Leute fliegen meistens über Zürich oder Frankfurt. Die Verbindungen von Skywork haben nicht ­genau zu unseren Bedürfnissen gepasst.

Hängt das auch damit zusammen, dass für einen Manager aus den USA oder Australien eine Auto- oder Zugfahrt von wenigen Stunden kein Problem ist?Wir sind tatsächlich andere Distanzen gewohnt. Eine Fahrt von zwei Stunden ist nichts.

Paul Perreault ist CEO und Managing Director von CSL Limited, der australischen Muttergesellschaft von CSL Behring.

Berner Zeitung

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