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Wifag-Firmenarchiv ist neu der Öffentlichkeit zugänglich

Ein wichtiges Stück Berner Industriegeschichte ist neu in der Burgerbibliothek Bern öffentlich zugänglich: Das Archiv der 2010 geschlossenen Berner Druckmaschinenherstellerin Wifag.

Kurzes Gastspiel: Kaum waren am Nordring die Wifag-Buchstaben weg und das Mali-Logo montiert, wird die Produktion bereits eingestellt.
Kurzes Gastspiel: Kaum waren am Nordring die Wifag-Buchstaben weg und das Mali-Logo montiert, wird die Produktion bereits eingestellt.
Beat Mathys
Die Fassade wehrte sich im Februar: Obwohl der letzte Wifag-Buchstabe verschwunden ist, blieb der Firmenname an der Mauer noch klar erkennbar.
Die Fassade wehrte sich im Februar: Obwohl der letzte Wifag-Buchstabe verschwunden ist, blieb der Firmenname an der Mauer noch klar erkennbar.
Beat Mathys
Die Wifag zur Blütezeit: 1983 war die Fabrik an der Wylerringstrasse  voll ausgelastet.
Die Wifag zur Blütezeit: 1983 war die Fabrik an der Wylerringstrasse voll ausgelastet.
Hermann Schmid/zvg
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28 Laufmeter aufgearbeitete Wifag-Geschichte stehen laut einer Mitteilung der Burgerbibliothek Interessierten zur Verfügung; das Verzeichnis zum Firmenarchiv kann auch online abgerufen werden. 17 der 28 Laufmeter sind Schriftgut, 11 Laufmeter sind Bildmaterial: Rund 70 Fotoalben, 36'000 Negative und Abzüge, 2500 Diapositive und 200 Glasplatten.

Die Wifag war 1904 als Winkler, Fallert und Co. in Bern gegründet worden. Sie betrieb zunächst Handel mit Druckereigeräten und -maschinen, bevor Carl Winkler ab 1908 eigene Konstruktionen entwickelte. Nur zwei Jahre später erfolgten erste Patentanmeldungen.

Aufsehen erregte Winkler 1915 mit ersten Giesswerken, 1917 mit eigenen Schnellpressen und 1919 mit der ersten speziellen Buchdruck-Zeitungsrotation. Der Erfolg war durchschlagend: Nur wenige Jahre später standen 460 Personen auf der Gehaltsliste und in den 1950er-Jahren musste die Produktionsanlage im Berner Wyler-Quartier erweitert werden.

Das Ende kam rasant

Die Wifag war vor allem im Bereich Zeitungsdruck lange führend und belieferte Verlagshäuser auf der ganzen Welt. Nach Jahrzehnten des Erfolgs kam das Ende der Wifag rasant: Um 2005 erlitt sie den ersten markanten Auftragseinbruch, in der Zeitungs- und Wirtschaftskrise mussten am Standort Bern 2009 rund 300 Stellen abgebaut und 2010 die Produktion von Druckmaschinen vollständig eingestellt werden.

Die Burgerbibliothek und die Ursula-Wirz-Stiftung stellen nun gemeinsam das Firmenarchiv der Öffentlichkeit zur Verfügung.

(SDA)

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