Wieso nicht Niederbottigen?

Ressortleiter Stephan Künzi zur komplizierten Planung einer neuen BLS-Werkstätte im Westen Berns.

Die Serviceanlage in Biel wird wohl weiterhin nur den SBB dienen.

Die Serviceanlage in Biel wird wohl weiterhin nur den SBB dienen.

(Bild: Adrian Moser)

Stephan Künzi

Jetzt ist definitiv klar, was die SBB mit ihrem Manöver bezweckten. Mit dem vordergründig so grosszügig ­wirkenden Angebot, Platz in der eigenen Serviceanlage in Biel zu schaffen, wollten sie nicht das Werkstättenproblem der BLS ­lösen. Sondern eine unliebsame Konkurrentin im Gerangel um Linien im Fernverkehr an sich binden – und so unschädlich ­machen.

Die Diskussionen rund um die SBB-Idee wirken trotzdem nach. Sie haben vielen wieder vor Augen geführt, wie diskutabel der bislang als Optimum gepriesene Werkstättenneubau im Gebiet Chliforst ist. Das offizielle Projekt der BLS mag zwar betrieblich wie wirtschaftlich Sinn ergeben. Nicht von der Hand weisen lässt sich aber, wie massiv es die Landschaft im noch immer sehr bäuerlich geprägten Westen Berns stört. Im Klartext, es ist ein raumplanerischer Sündenfall erster Güte.

Bleibt zu hoffen, dass der Bund dies genauso sehen und dem Projekt doch noch den Riegel schieben wird. Denn so alternativlos, wie viele denken mögen, ist der Standort Chliforst nicht. Am Stadtrand in Niederbottigen gibt es gleich angrenzend ans bestehende Industriegebiet ein Areal, das sich für eine BLS-Werkstätte genauso eignet.

Berner Zeitung

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