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Wie weiter mit der Reitschule?

Die Reithalle steht wieder im Fokus politischer Diskussionen. Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) und seine Herausforderin Barbara Hayoz (FDP) nehmen Stellung zum Sicherheitsproblem rund um das Kulturzentrum.

Was bedeutet die Reitschule für Bern?

Stadtpräsident Alexander Tschäppät: Sie ist ein wichtiger Begegnungsort und ein alternatives Kulturzentrum mit vielbeachteten Veranstaltungen und somit eine Institution, die nicht aus Bern wegzudenken ist.

Gemeinderätin Barbara Hayoz: Ein alternatives Kulturzentrum mit positiven und – vor allem wegen des schwierigen Umfeldes – negativen Effekten.

Wie stehen Sie zur Initiative, welche die Schliessung der Reitschule anpeilt?

Alexander Tschäppät: Ich lehne sie ab, weil sie Zwängerei ist. Die Bevölkerung hat viermal an der Urne klar gemacht, dass sie die Reitschule als Kulturinstitution erhalten will. Der SVP fällt seit 16 Jahren nichts weiter ein, als die ewig gleichen Ladenhüter hervorzuholen.

Barbara Hayoz: Das Berner Stimmvolk hat sich in vier Abstimmungen für die Reitschule ausgesprochen. Diesen Volkswillen gilt es zu respektieren.

Momentan ist sie in den Schlagzeilen wegen Gewalt und Drogen. Braucht es mehr Polizei, allenfalls Videoüberwachung?

Alexander Tschäppät: Es braucht mehr Polizeipräsenz, wie wir dies seit längerem fordern. Die Polizei hat überall die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, es darf für sie keine No-Go-Areas geben. Wenn die Polizei präsent ist, braucht es auch keine Videoüberwachung.

Barbara Hayoz: Es braucht mehr sichtbare Polizeipräsenz. Der Einsatz von Videoüberwachung wäre sinnvoll. Aber auch die Ikur trägt einen wesentlichen Teil der Verantwortung.

Drückt sich die Polizei ums Durchgreifen?

Alexander Tschäppät: Das glaube ich nicht. Aber es ist klar, dass es für die Polizei nicht immer leicht ist, vor der Reithalle einzugreifen. Doch das gehört zu ihrer Aufgabe.

Barbara Hayoz: Nein; aber sie braucht auch die politische Unterstützung der Gemeindeorgane, also von Stadtrat und Gemeinderat.

Wie kann die Reitschule ihren Kulturbetrieb retten?

Alexander Tschäppät: Indem alle Beteiligten ihren Teil dazu beitragen. Die Polizei muss gegen die Drogenszene vorgehen. Die Ikur muss wieder bereit sein, Abmachungen zu treffen und einzuhalten. Und die Stadt muss wie geplant rasch eine zweite Anlaufstelle realisieren.

Barbara Hayoz: Die Reitschule muss sich klare Strukturen geben, Ansprechpersonen benennen und mit Stadt und Polizei zusammenarbeiten.

Soll man der Reitschule die Mittel kürzen, weil sie sich nicht an die Vereinbarung hält?

Alexander Tschäppät: Die Kürzung von Mitteln wäre für mich eine ultima Ratio, wenn sich die Ikur nicht an die Abmachungen hält.

Barbara Hayoz: Ja; wer Regeln verletzt, die in einer Vereinbarung stehen, hat die Konsequenzen zu tragen.

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