Widerstand gegen neues Musik-Reglement von Bernmobil

In einer Online-Petition wehren sich die Jungen Alternativen gegen das verschärfte Musik-Reglement von Bernmobil. Das Transportunternehmen stellt derweil klar: Wer im ÖV musizieren will, kann das weiterhin tun – mit klaren Auflagen.

Ab Mitte April 2016 wird das Musizieren in Bernmobil-Fahrzeugen bewilligungspflichtig.

Ab Mitte April 2016 wird das Musizieren in Bernmobil-Fahrzeugen bewilligungspflichtig.

(Bild: Keystone)

Ob Gitarre, Akkordeon oder Panflöte: Die Musikinstrumente, die in der Vergangenheit immer wieder in den Berner Trams und Bussen zu hören waren, dürften bald etwas verstummen.

Letzte Woche wurde bekannt, dass Bernmobil künftig härter gegen aufdringliche Strassenmusiker in den Fahrzeugen vorgehen wird. Der Grund: Fahrgäste hatten sich zuletzt vermehrt über musizierende Bettler im ÖV beschwert.

Online-Petition lanciert

Keine Kurzkonzerte mehr während der Tramfahrt? Diese Vorstellung gefällt nicht allen. Auf der Seite change.org haben die Jungen Alternativen eine Petition gegen das Musikverbot von Bernmobil lanciert. «Wir wollen eine Stadt mit Gesang, Tanz, Lärm und Leben! Uns gefällt Musik im Tram!», schreiben sie auf der Plattform.

Man gehe «einen Schritt weiter auf eine überreglementierte und kontrollierte Stadt zu, in der alles, was Spass macht, verboten wird», kritisieren die Initianten. Bernmobil werde deshalb aufgefordert, auf das geplante Verbot von Strassenmusik im ÖV zu verzichten.

Kein Verbot, sondern nur Bewilligungspflicht

Beim Transportunternehmen versucht man nun zu beschwichtigen: «Die Petition ist unnötig», sagt Bernmobil-Sprecher Rolf Meyer. «Das normale Musizieren im ÖV wird auch weiterhin erlaubt sein.»

Mit der neuen Hausordnung, die ab Mitte April gelten soll, führe man nur eine Bewilligungspflicht ein, nicht aber ein generelles Verbot. «Wir wollen damit erreichen, dass die Fahrgäste nicht mehr bedrängt werden», so Meyer. Grundsätzlich sei nicht die Musik das Problem, sondern das Betteln.

Damit sich Fahrgäste nicht mehr bedrängt fühlen müssen, sind Strassenmusiker in Zukunft gezwungen, bei Bernmobil für das Musizieren im ÖV ein kostenloses Gesuch zu stellen. Wer eine Bewilligung kriegt, muss sich an klare Auflagen halten.

Musizieren erlaubt, Betteln verboten

Laut Meyer dürfen die Musiker ihre Almosen etwa nicht mehr aktiv bei den Fahrgästen einfordern gehen, sondern können höchstens einen Hut auf den Boden stellen. Werden die Regeln von den Musikern missachtet, droht eine Busse oder gar eine Strafanzeige.

Die Angst, dass Originale wie der Stadtnomade «Güggu» wegen des neuen Reglements nun aus den Bernmobil-Fahrzeugen verbannt werden könnten, ist laut Meyer unberechtigt. «Güggu wird weiterhin im Tram zu hören sein.» Vorausgesetzt, er hat zuvor ein Gesuch gestellt.

cha

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