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Wetten, das Versprechen der SRG hält nicht lange?

Der Kommentar von BZ-Chefredaktor Simon Bärtschi zu den jüngsten Umzugsplänen der SRG.

Die SRG darf Radio machen, wo sie will. Die Politik macht keine Vorgaben zu den Standorten ihrer Studios. Das haben wir im Sommer gelernt. Alle Vorstösse im Parlament wurden gebodigt. Dafür gabs einen Deal: Flaggschiffe wie das «Echo der Zeit» werden nicht nach Zürich verlegt. Jetzt triffts SRF 4 News, die Innovationsabteilung und wohl das Newsteam. SRF 4 News ist der einzige Kanal, den die gebührenfinanzierte SRG im neuen Jahrtausend lanciert hat. Bern verliert ein Labor für Talente und Technologien.

Statt 170 zieht die SRG jetzt ein paar Dutzend Leute aus Bern ab. Das ist ein dem politischen Druck geschuldetes Eingeständnis. Wetten, es hält nicht lange? Der jüngste Entscheid lässt darauf schliessen, dass das Studio scheibchenweise nach Zürich verlegt wird. Eine Machtballung ist staatspolitisch unklug, sie widerspricht dem Vielfaltsgebot in der Konzession. Die SRG-Strategen haben der Politik im Sommer Beruhigungspillen verabreicht, jetzt muss diese aus dem Tiefschlaf aufwachen. Sonst steht vom Radiostudio Bern bald nur noch die Hülle.

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