Wer Zug fährt, muss mit dem Eingriff leben

Ressortleiter Stefan Künzi zum Standortentscheid Chliforst für eine neue BLS-Werkstätte.

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Wenigstens hat sich die BLS von der Idee verabschiedet, den Fahrzeugunterhalt auf zwei Werkstätten zu konzentrieren. Mit ihrer neuen, auf drei Standorte ausgelegten Strategie verschafft sich die Bahn so viel Luft, dass sie das umstrittene Projekt im Westen Berns etwas redimensionieren kann.

Obendrein macht sie, ein willkommener Nebeneffekt, dem Oberland eine Freude: Dass in Bönigen auf lange Sicht 150 Arbeitsplätze erhalten bleiben, ist für eine Gegend so weit weg vom nächsten grösseren Zentrum eine gute Nachricht.

Trotzdem stellt der Bau der neuen BLS-Werkstätte auch im Gebiet Chliforst einen massiven Eingriff in ein noch immer sehr bäuerlich geprägtes Umfeld dar. Zwar ist die Landschaft hier wesentlich flacher als bei der ersten Variante in Riedbach und muss entsprechend weniger stark umgepflügt werden. Dafür ist die Stadt noch weiter entfernt, die Idylle noch ein Stück idyllischer.

Trotzdem scheint der Standort im Moment der einzig politisch halbwegs akzeptierte zu sein. Und damit der einzig mögliche, der der BLS in vernünftiger Zeit eine neue Werkstätte verspricht.

Wer gerne und viel mit der Bahn unterwegs ist, muss diesen ­Eingriff wohl oder übel hinnehmen. Dass Züge unterhalten werden müssen und dafür in der Region Bern der Raum fehlt, ist unbestritten. Und dass Alternativen zur grünen Wiese rar sind, genauso: Nicht einmal die Nachbarn im Kanton Freiburg mochten ihre Idee, die Werkstätte auf die Autobahn zu stellen, mit aller Kraft vorantreiben.

Berner Zeitung

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