Wer kauft das Berghaus Gurnigel?

Riggisberg

Die Gantrischplus AG, eine vom Förderverein des Naturparks gegründete Firma, möchte das Berghaus Gurnigel kaufen. Die Gemeinde Riggisberg dagegen hat auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet.

Berghaus Gurnigel: Nebst der Gantrischplus AG reichten auch andere Bewerber Kaufofferten ein.<p class='credit'>(Bild: Andreas Blatter)</p>

Berghaus Gurnigel: Nebst der Gantrischplus AG reichten auch andere Bewerber Kaufofferten ein.

(Bild: Andreas Blatter)

Das Berghaus Gurnigel ist schon länger zum Verkauf ausgeschrieben. Innert 16 Monaten hat Liegenschaftsbesitzerin Armasuisse zweimal ein Inserat geschaltet. Ursprünglich hatte die Armee der Gemeinde Riggisberg als Grundbesitzerin ein Vorkaufsrecht ­eingeräumt. «Vor der ersten Ausschreibung wurden wir angefragt, ob wir an einem Kauf interessiert wären. Aber wir haben auf das Vorkaufsrecht verzichtet», sagt Gemeindepräsident Michael Bürki (SVP).

Das frühere Projekt einer IG Berghaus, das Restaurant zu betreiben, Übernachtungen anzubieten und eine Schaukäserei aufzubauen, kam nicht zustande. Einigungsverhandlungen zwischen Armasuisse und der IG sind gescheitert. Michael Bürki bedauert dies noch heute. Derzeit ist das Berghaus Gurnigel unter der Leitung des Luzerner Caterers André Schöpfer.

Der Naturpark Gantrisch ist daran interessiert, dass das Berghaus auf der Gurnigelpasshöhe weiter existiert. Weil es aber nicht zur Aufgabe eines Naturparks gehört, Liegenschaften zu kaufen oder ein Restaurant zu betreiben, hat der Förderverein des Naturparks mit lokalen Geldgebern die Firma Gantrischplus AG gegründet. Deren erklärtes Ziel ist es laut Homepage, «Wesentliches zur nachhaltigen wirtschaftlichen und touristischen Stärkung und Entwicklung der Region Gantrisch beizutragen». Präsident der AG ist Ruedi Flückiger.

Gantrischplus hofft auf den Zuschlag

Kurz nach der Firmengründung hatte er erklärt, dass Gantrischplus «für den Alltagsbetrieb» gegründet worden sei. «Den Anstoss dazu gab der anstehende Verkauf des Gurnigel-Berghauses. Wir haben im März eine Offerte eingereicht und sind zuversichtlich, dass wir den Zuschlag erhalten.» Jetzt äussert sich Flückiger um einiges verhaltener, erklärt zwar, dass das Berghaus nach wie vor «erstes Anliegen» sei, aber: «Das Verfahren ist kompliziert. Zudem sind bei ­Armasuisse offenbar einige Offerten eingegangen, die höher liegen als diejenige der Gantrischplus AG.»

«Wir haben im März eine Offerte eingereicht  und sind zuversichtlich.»Ruedi Flückiger, Gantrischplus

Konkreter will sich Flückiger zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht äussern. Sagt, jetzt sei der Ball bei Armasuisse, die sich noch nicht gemeldet habe. «Wir hoffen, noch vor den Sommerferien Bescheid zu erhalten.» Flückiger hofft ebenfalls, dass das Berghaus Gurnigel im regionalen Tourismus weiterhin eine zentrale Rolle spielen wird.

Hoher Sanierungsbedarf

Den Verkaufsrichtpreis für das Berghaus Gurnigel beziffert die Armasuisse auf 620 000 Franken. Der Sanierungsbedarf ist aber hoch: Fachleute schätzen ihn zwischen 1 und 2,5 Millionen Franken. Über die Anzahl der Interessenten ist bei der Armasuisse nichts zu erfahren. «Die eingegangenen Angebote wurden geprüft, der Prozess ist im Gange und braucht noch etwas Zeit», teilt Armasuisse-Mediensprecherin Jacqueline Stampfli auf Anfrage mit.

Berner Zeitung

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