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Wer für den Hangrutsch haftet, ist nicht geklärt

Der wegen eines Hangrutsches gesperrte Aareweg ist seit gestern wieder befahrbar. Diese Woche wurde ein provisorisches Strassenstück gebaut. Das definitive Projekt ist blockiert – wegen eines Haftungsstreits.

Abgerutschte Stelle: Neben dem weggerissenen Weg ist ein provisorisches Strässchen gebaut werden. Seit gestern ist es offen.
Abgerutschte Stelle: Neben dem weggerissenen Weg ist ein provisorisches Strässchen gebaut werden. Seit gestern ist es offen.
Urs Baumann

Fast ein Jahr lang blieb der Aareweg in Herrenschwanden zwischen der Halenbrücke und Hinterkappelen für Fahrzeuge gesperrt. Grund: Der steile Hang war am 9.November 2013 abgerutscht und hatte einen Teil des Weges in die Aare gerissen. Die Gemeinde Kirchlindach liess daraufhin einen Holzsteg errichten, damit Spaziergänger und Biker die Stelle passieren können.

Provisorischer Weg

Seit Freitag ist der Aareweg nun wieder offen. In den letzten Tagen wurde etwas oberhalb des Rutsches ein Strässchen in den Hang gebaut. Damit ist die Verbindung Richtung Hinterkappelen wiederhergestellt – allerdings nur für Fahrzeuge bis zu 3,5 Tonnen.

Die Sperrung des Wegs für Motorfahrzeuge war vor allem für die Bewohner der Liegenschaft jenseits des Rutsches sowie diejenigen in Vorderdettigen ein Handicap. Um zu ihren Häusern zu gelangen, mussten sie einen langen Umweg über die Kappelenbrücke und ein schmales Strässchen entlang der Aare auf sich nehmen.

Eigentlich soll an der Stelle, wo der Hang gerutscht ist, eine Stützmauer und ein definitiver Weg entstehen. Das Projekt ist ausgearbeitet, die Arbeiten hätten schon seit Mai vergeben werden können. Doch ein Rechtsstreit verzögert die Ausführung, denn noch ist nicht entschieden, wer für den Hangrutsch haftet.

Baumstämme mitschuldig

Die Witterung ist jedenfalls nicht der einzige Grund fürs Abrutschen des Geländes. Anfang November 2013 hatte es zwar starke Niederschläge gegeben. Doch am Rand des Aareweges lagen zu dieser Zeit Baumstämme. Ein Forstunternehmen hatte diese gefällt – im Auftrag der BKW, die für den Unterhalt der Aareböschung zuständig ist. Der Verdacht liegt nahe, dass das Gewicht der Stämme den Rutsch auslöste. Ein Gutachten hat aufgezeigt, dass die Baumstämme mitschuldig waren. Nun wird darum gestritten, wer die Stützmauer und den neuen Weg bezahlen muss. Die Haftung wird seit März von den Beteiligten geprüft.

«Wir können nicht ausschliessen, dass die Prüfung noch länger dauert», sagt Bauverwalter Marc Eggimann. Deshalb habe der Gemeinderat beschlossen, einen provisorischen Weg zu erstellen und damit den Bewohnern hinter dem Hangrutsch entgegenzukommen. Das Provisorium kostet die Gemeinde 30000 Franken. Der Betrag werde in die Gesamtlösung einbezogen, sagt Eggimann. «Wir gehen davon aus, dass zumindest ein Teil davon wieder zurückfliesst.»

Im Verlauf des nächsten Jahres sollen die Stützmauer und der definitive Weg gebaut sein.

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