«Wenn man helfen kann, soll man helfen»

Nach der Gurlitt-Forschungsstelle unterstützt die Mäzenin Ursula Streit die Containersiedlung in ihrem Wohnort Wohlen, in der dreissig Asylsuchende untergebracht werden sollen.

Nach dem Verkauf des Scherz-Verlags vor bald zwanzig Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf eine Stiftung gegründet, und seither ist sie als Mäzenin regelmässig zur Stelle, wenn finanzielle Hilfe gefragt ist.

Nach dem Verkauf des Scherz-Verlags vor bald zwanzig Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf eine Stiftung gegründet, und seither ist sie als Mäzenin regelmässig zur Stelle, wenn finanzielle Hilfe gefragt ist.

(Bild: Susanne Keller)

Stephan Künzi

«Warum denn nicht?» Die Frage zu den Gründen für ihr Engagement beantwortet Ursula Streit mit einer Gegenfrage. Um gleich festzuhalten: «Wenn man helfen kann, soll man helfen. Die Lage der Flüchtlinge ist eine Katastrophe. Weltweit.»

Ursula Streit hilft nicht zum ersten Mal. Nach dem Verkauf des Scherz-Verlags vor bald zwanzig Jahren hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Rudolf eine Stiftung gegründet, und seither ist sie als Mäzenin regelmässig zur Stelle, wenn finanzielle Hilfe gefragt ist. Das war in Bern beim Haus der Religionen so und auch mehrfach beim Kunstmuseum, wo sie zuletzt mit einem namhaften Beitrag an die Gurlitt-Forschungsstelle von sich reden machte. Diesmal allerdings geht es um ein Projekt in ihrem Wohnort Wohlen – um die Containersiedlung, in der die Gemeinde und die Kirchgemeinde dreissig Asylsuchende unterbringen wollen.

Sinnvoller als die hundertplätzige Notunterkunft

Über Zahlen reden mag Ursula Streit auch diesmal nicht, umso mehr betont sie, wie sinnvoll dieses Vorhaben sei. Auf jeden Fall weit sinnvoller als die hundertplätzige Notunterkunft, die der Kanton in Hinterkappelen plant: Dort mitten im Quartier eine Zivilschutzanlage für Asylsuchende zu öffnen, sei für die Anwohner wie auch für die Betroffenen selber nicht zumutbar. Ein Leben unter Tag sei auch für junge alleinstehende Männer kaum zu ertragen.

Ursula Streit sagt offen, dass sie mit dem Engagement ihrer Stiftung auf breiter Ebene etwas bewegen möchte. Gemeinde und Kirchgemeinde hat sie bereits mit im Boot, wie sie anerkennend festhält. «Sie haben den Impuls aufgenommen und legen sich mächtig ins Zeug.» Nun gehe es darum, weitere Kreise für die Containersiedlung begeistern zu können.

«Die Stiftung leistet sehr grundsätzliche Hilfe, stellt zuallererst sicher, dass die Asylsuchenden ein Dach über dem Kopf haben.» Wenn der Betrieb dereinst laufe, sei mehr nötig, werde es zum Beispiel Freiwillige brauchen, die sich um die Bewohner kümmerten. Unter Umständen komme sie selber dann nochmals zum Zug: «Ich helfe gerne mit. Kein Problem.»

Infoveranstaltung zur Containersiedlung, heute um 19.30 Uhr im Kipferhaus, Hinterkappelen.

Berner Zeitung

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