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Wenn Kultur den Advent bereichert

Der Verein Kultur-Sofa bietet noch bis zum 22. Dezember in Betrieben und Institutionen eine breite Palette von Kultur. Am Samstag wurden in einer Bäckerei Lieder gesungen.

Am Samstag trat Sängerin Veronika Stalder im Rosebeck in Münsingen auf.
Am Samstag trat Sängerin Veronika Stalder im Rosebeck in Münsingen auf.
Manuel Zingg

Viele Gemeinden präsentieren auch in diesem Jahr Adventsfenster, in Münsingen jedoch gibt es etwas Besonderes: Das Kultur-Sofa bietet einen Adventskalender mit 22 Fenstern an, gefüllt mit kulturellen Anlässen, dargeboten in Gewerbebetrieben und Institutionen. Am Samstagabend öffnete sich das 15. Fenster beim Rosebeck an der Sägegasse. Die Luzerner Sängerin Veronika Stalder lud zum Mitsingen ein. Es kamen rund 50 Leute, Kinder und Erwachsene.

Musik in der Backstube

Vor der Kulisse eines imposanten Backofens, umgeben von allerlei Backwaren und eingehüllt in die an einem solchen Ort üblichen feinen Gerüche, sang Veronika Stalder stimmige Lieder wie «When We Sing We Bring Together the Whole World» (Wenn wir singen, bringen wir die ganze Welt zusammen). Ihre Aufforderung, in ihre Lieder einzustimmen, wurde – eine Parallele zum Kirchengesang – von Frauen besser befolgt als von Männern, aber es war doch eine stattliche Anzahl Leute, die sich in die Backstube drängte.

Die Kinder allerdings zog es schon bald einmal nach draussen, wo – quasi ausser Programm – ein verspäteter Samichlaus auf einer lichtergeschmückten Harley Davidson vorfuhr und aus seinem Sack den kleinen Bewunderern Geschenke verteilte.

Initiative von drei Frauen

Mit dabei am Samstag waren auch Tanja Ruff, Michèle Born und Eva Tschannen, die drei Initiantinnen dieses besonderen Adventskalenders von Münsingen. «Wir wollten etwas schaffen, wo sich Leute treffen können, wo es Begegnungen gibt, und gleichzeitig wollten wir damit auch kleinere und grössere Gewerbebetriebe unterstützen», sagt Tanja Ruff, die den Verein Kultur-Sofa präsidiert. So finden und fanden die kulturellen Anlässe denn auch zum Beispiel in einer Bank, einer Drogerie, einem Blumenladen, einem Metallbaubetrieb und eben am Samstag in einer Bäckerei statt.

«Wir möchten den Anlass etablieren und hoffen, dass er ein Teil von Münsingen wird.»

Tanja Ruff

Das Adventsfenster in der Backstube war laut den Initiantinnen etwa durchschnittlich besucht. Den grössten Aufmarsch mit etwa 200 Personen hatte es am Abend zuvor gegeben, als in der Schreinerei Team Graf AG die lokale Mundartband Heinz aufgespielt hatte. Stolz sind die drei Frauen darauf, dass es ihnen mit diesem Projekt im Dezember gelang, vielerlei Kultur zu vermitteln.

In den 22 Tagen wird laut Michèle Born eine breite Mischung von Schwyzerörgeli über Jodlerklub und Poetry-Slam bis zu Geschichten des Autors Patric Marino geboten. Dabei durften die Gewerbebetriebe bei der Auswahl mitreden. So waren in der Drogerie Lüthi zwei Mitarbeiterinnen Teil des Schwyzerörgeliquartetts, das den Abend bestritt.

War es einfach, die 22 Betriebe für die Adventsfenster zu finden? «Wir waren relativ schnell ausverkauft», sagt Eva Tschannen, «es ging nach dem Prinzip ‹De Schneller isch de Gschwinder›». Annerös Berger, die Besitzerin des Rosebeck, erklärt allerdings, sie habe sich die Beteiligung in einer Zeit, in der es im Geschäft ohnehin viel zu tun gebe, gut überlegen müssen.

Zulasten der Veranstaltungsorte geht die Gage für den Auftritt der Künstlerinnen und Künstler, Einnahmen generiert allenfalls das Angebot für das leibliche Wohl. Beim Rosebeck gab es für günstige sechs Franken «Hörnli mit Ghacktem», was nur gerade die «Material­kosten einbringe», wie Berger sagte.

Ein Teil von Münsingen

Die drei Initiantinnen ihrerseits gehen davon aus, dass sie ihren Aufwand für die 22 speziellen Adventsfenster decken können und es für sie «noch für ein Abendessen reicht», wie Tanja Ruff erklärt. Die drei betreiben an jedem der Anlässe eine Bar, und sie konnten für die Werbung auf einen finanziellen Beitrag der Gemeinde zählen. Auf jeden Fall ist für die drei Frauen klar, dass dieser mit Veranstaltungen angereicherte Adventskalender in Münsingen keine einmalige Sache sein soll. «Wir möchten den Anlass etablieren und hoffen, dass er ein Teil von Münsingen wird», sagt Ruff.

Das Programm für die restlichen Tage auf www.kultur-sofa.ch.

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