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Weitere Hürde für das Projekt am Centralweg

Luzius Theiler wehrt sich gegen die städtisch subventionierten Wohnungen am Centralweg. Er reicht für das Kreditbegehren einen Rückweisungsantrag ein.

Markus Ehinger
Hier soll der Wohnraum zu erschwinglichen Mietpreisen entstehen.
Hier soll der Wohnraum zu erschwinglichen Mietpreisen entstehen.

Der Baustart für dreizehn Wohnungen am Centralweg 9/9a wäre für letzten Sommer geplant gewesen. Doch die Bauprofile stehen auf dem brach liegenden Gelände erst seit Montag. Das Projekt «Baumzimmer», das laut Stadt Bern höchste architektonische und energetische Ansprüche erfüllt, wurde immer wieder verzögert. Einer der Gründe: Die Balkone des Siegerprojekts erfordern ein Näherbaurecht des Eigentümers der Liegenschaft am Lagerweg 12. Dieser lag aber jahrelang mit der Stadt im Streit, bis er Ende Februar seinen Bordellbetrieb schliessen musste.

Hingegen möchte dieser Nachbar sein Haus versetzen und ist dafür auf kulante Behörden angewiesen. Die Stadt wird sich aber nicht auf jeden Deal einlassen. «Unser Projekt ist auch ohne Zustimmung des Nachbarn möglich», sagte Fernand Raval, Leiter der städtischen Liegenschaftsverwaltung, bereits letzte Woche zu dieser Zeitung. «Im ungünstigsten Fall müsste der Neubau mit einer reduzierten Anzahl Balkonen errichtet werden.»

Theiler fordert neues Projekt

Jetzt droht aber auf politischer Ebene neues Ungemach für das Projekt. Morgen stimmt das Parlament über den Ausführungskredit ab. Stadtrat Luzius Theiler (Grüne Partei Bern) verlangt aber vom Gemeinderat, ein baurechtlich abgesichertes und wesentlich kostengünstigeres Bauprojekt vorzulegen. Er reicht für das Kreditbegehren einen Rückweisungsantrag ein.

Die Mieten können laut Gemeinderat nur deshalb moderat gestaltet werden (5½-Zimmer-Wohnung von 127 Quadratmetern für rund 2200 Franken), weil die Betriebskommission des Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik das Projekt mit 2,65 Millionen Franken massiv subventioniert. «Das Projekt zeigt exemplarisch, dass sich hohe gestalterische und energetische Ansprüche und günstiges Bauen gegenseitig ausschliessen», schreibt die Stadt. Vor allem über diese Passage ärgert sich Luzius Theiler. Für ihn kommt dies «einer Bankrotterklärung der städtischen Wohnbaupolitik gleich».

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