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Wegen Nagelpistole vor Gericht

Weil ein Bauarbeiter eine Nagelpistole gegen den Kopf eines Lehrlings gerichtet und den Abzug gedrückt hatte, trafen die beiden vor dem Polizeigericht in Murten aufeinander.

Der Vorfall ereignete isch auf einer Baustelle in Courtepin (Symbolbild)..
Der Vorfall ereignete isch auf einer Baustelle in Courtepin (Symbolbild)..
Fotolia

Es knallt laut, als der Lehrling den Abzug der Nagelschusspistole betätigt. Sein Anwalt hatte ­gestern an der Verhandlung des Polizeigerichts in Murten die Demonstration dieses Arbeitsgeräts verlangt. Der angeklagte Bauarbeiter gab zuvor an, dass die Lautstärke der Pistole dem Klicken eines Kugelschreibers entspreche. Doch die Lautstärke ­ähnelt eher einem Knaller.

Kopfwunde wurde genäht

Dass sich der Bauarbeiter als Beschuldigter und sein früherer Lehrling vor dem Bezirksgericht wiedersahen, ist auf den Vorfall vom Februar 2016 zurückzuführen: Auf einer Baustelle in Courtepin setzte der Bauarbeiter die Nagelpistole am Kopf des Lehrlings an. Dann drückte er auf den Abzug. Es befand sich kein Nagel in der Pistole, doch der herausschnellende Bolzen schlug ein Loch in den Bauhelm.

Der junge Mann im ersten Lehrjahr erlitt eine blutende Wunde am Kopf, die im Spital genäht werden musste. Der Knall führte zu einem temporären Ohrensausen. Eine Woche lang war der Lehrling aus dem Sensebezirk krankgeschrieben. Er reichte eine Strafklage wegen Körperverletzung gegen seinen Arbeitskollegen ein.

Dieser Klage schloss sich der Staatsanwalt Markus Julmy an. Aus seiner Sicht brachte die falsche Verwendung der Nagelschusspistole «objektiv das Leben des Lehrlings in Gefahr». Mit diesem Arbeitsgerät werden auf Baustellen Nägel in Mauern oder Beton geschossen. Julmy warf dem Bauarbeiter vor, dass ihm die gefährliche Schlagkraft und der Knall einer Nagelschusspistole bekannt gewesen seien. Er habe auch ohne Nagel in der Pistole «einen Gehörschaden in Kauf genommen».

Der beschuldigte Bauarbeiter verteidigte sich vor Gericht mit seiner geringen Erfahrung mit Nagelschusspistolen. «Ich bin zu 95 Prozent Kranführer. Und in meiner Lehre als Maurer hat mir niemand den Gebrauch einer solchen Pistole gezeigt. Zudem sei ihm nicht klar gewesen, dass ein Bolzen hervorschnellen werde. «Ich wollte dem Lehrling einen Schreck einjagen», erklärte er dem Gerichtspräsidenten Markus Ducret.

Keine Langzeitschäden

Dass der Lehrling heute noch lebt, ist aus der Sicht seines Anwalts «dem Zufall und einem Stück Plastik des Bauhelms zu verdanken». Der Bauarbeiter habe ein «Riesenglück» gehabt, dass sein Mandant keine Langzeitschäden davongetragen habe. Er stellte eine Zivilforderung in Höhe von 1500 Franken.

In derselben Verhandlung musste sich der Bauarbeiter auch wegen einer Blaufahrt verantworten. Im September 2016 war er in Gurmels mit 1,03 Promille gestoppt worden. Ob der beschuldigte Bauarbeiter diesen Forderungen nachkommen kann, erscheint fraglich. Nach einer Hirnblutung ist er arbeitsunfähig. ­Zudem laufen Betreibungen gegen ihn. Gerichtspräsident Markus Ducret wird das Urteil in zehn Tagen schriftlich eröffnen.

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