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Wegen Angriffs auf einen Polizisten: Frau steht vor Gericht

Eine Frau soll auf dem Vorplatz der Reitschule einen Polizisten angegriffen haben. Sie steht vor dem Regionalgericht.

Eine Frau steht vor dem Regionalgericht, weil sie einen Polizisten angegriffen haben soll.
Eine Frau steht vor dem Regionalgericht, weil sie einen Polizisten angegriffen haben soll.
Adrian Moser

«Sie ist sprintend über den Platz gelaufen, in vollem Anlauf in meinen Kollegen gerannt und hat versucht, ihn wegzustossen»: So schilderte ein 30-jährige Kantonspolizist, was er im November 2017 auf dem Vorplatz der Berner Reitschule beobachtet haben will.

Die von ihm beschriebene, damals 21-jährige Frau erzählte am Dienstag vor dem Regionalgericht Bern-Mittelland eine andere Version des Vorfalls: «Ich war gerade mit dem Auto auf dem Vorplatz angekommen, als ich sah, wie ein Mann jemanden verfolgte und zu Boden riss.» Sie habe ihm «sehr bestimmt», aber ohne Drohung oder Gewalt gesagt, er solle weggehen. Sie habe nicht gesehen, dass dieser Mann ein Polizist war, der einen Mann wegen Verdachts auf Drogenhandel verhaften wollte.

Der Polizist, der damals gerade im Begriff war, einen Mann festzunehmen, schilderte den Angriff der jungen Frau vor Gericht zwar sehr zurückhaltend: «Ich kann nicht genau sagen, ob mich die Frau mit den Füssen getreten oder mit den Händen gestossen hat. Denn ich stand unter Adrenalin und es passierte in meinem Rücken. Ausserdem trug ich eine Schutzweste», gab er zu Protokoll.

Hilfe des Kollegen

Doch bei diesem Vorfall blieb es nicht. Der 30-jährige Polizist, der gesehen hatte, wie sein 33-jähriger Kollege von der jungen Frau behandelt wurde, griff nämlich ein und versuchte sie festzunehmen. «Sie hat sich gewehrt. Als ich sie mit beiden Händen am Arm festhielt, begann sie auf meinen Arm zu schlagen», schilderte der stämmige Walliser der Richterin.

Sie habe nicht aufgehört, bis ein weiterer Kollege zur Hilfe kam, sei es ihnen zu zweit gelungen, ihr Handschellen anzulegen. «Das war keine Hinderung einer Amtshandlung», verteidigte sich die Angeklagte. «Es war einfach ein Reflex gegen das Von-Hinten-Gepackt-Werden», erklärte sie selbstbewusst. An Widerstand könne sie sich nicht erinnern.

Unsicher wurde die Frau erst, als die Richterin unvermittelt Fragen stellte: Warum sie denn überhaupt mit dem Auto auf den Vorplatz der Reitschule gefahren sei. «Das tut nichts zur Sache», sagte die Angeklagte ausweichend. «Haben Sie den Polizisten, den Sie dazu aufforderten wegzugehen, mit den Händen berührt?», war die nächste Frage. «Daran kann ich mich nicht erinnern, und wenn ich ihn berührt habe, dann nur schwach», lautete die widersprüchliche Antwort.

Berner Urteil verzögert

Zu einem Urteil kam die Richterin am Dienstag nicht. Denn die junge Frau stand nicht zum ersten Mal vor Gericht. Im März 2016 beging sie Sachbeschädigung, nur zwei Monate später Hausfriedensbruch. Und im Juni desselben Jahres wurde sie nach einem unbewilligten Umzug durch Basel festgenommen. Rund 50 vermummte Demonstranten griffen Polizisten an und begingen diverse Vandalismusakte.

Letzten Freitag wurde sie vom Basler Strafgericht verurteilt. Das verzögert das Urteil in Bern. Denn ob sie das Basler Urteil akzeptiert oder weiterzieht, sagte die Angeklagte der Berner Richterin nicht.

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