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Weckruf mit Raketen mehr Schall und Rauch

Feuerwerk am Samstag um 5 Uhr in Bern: Was eine Protestaktion gegen den Krieg in Syrien sein sollte, blieb anscheinend grösstenteils unbemerkt.

Die Revolutionäre Jugendgruppe Bern hielt ihre Protestaktion im Video fest. Quelle: Facebook/RJG Bern

«Am frühen Samstagmorgen um 5 Uhr haben wir die Stadt Bern mit mehreren Knall-Raketen geweckt», schreibt die Revolutionäre Jugendgruppe Bern (RJG) am Sonntag in einer Mitteilung. Ein Video zeigt die untere Berner Altstadt. Nach dem fünften Glockenschlag schrauben sich mehrere Raketen in die Luft. Sie explodieren mit einem lauten Knall und erhellen die Hausdächer. «Realisiert ihr die Bomben jetzt?», heisst es dann.

Die Aktion richte sich «gegen die Ignoranz der Schweiz bezüglich dem Türkischen Angriffskrieg auf den kurdischen Kanton Afrin im Norden Syriens», heisst es in der RJG-Mitteilung weiter. «Während die türkische Armee massive Menschenrechtsverletzungen begeht und eine demokratisch organisierte Gesellschaft in Nordsyrien angreift, bleiben Politiker, Parteien und auch ein Grossteil der hiesigen Bevölkerung bis jetzt still.»

Allerdings wird man beim Anschauen des Videos den Eindruck nicht ganz los, dass tontechnisch nachgeholfen wurde, um den Knalleffekt zu erhöhen. Zumindest scheint es unrealistisch, dass der Ton vom Rosengarten aus – dem Standort der Kamera – so aufgenommen werden konnte.

Nachtruhestörung? Fehlanzeige

Doch selbst wenn es in Berns Gassen laut gekracht hat, gestört scheint das niemanden zu haben: Wie ein Sprecher der Kantonspolizei Bern sagt, sei keine einzige Meldung eingegangen, die in Zusammenhang mit dem Feuerwerk gestellt werden kann. Ein Bewohner des Mattequartiers berichtet zwar, vom Lärm geweckt worden zu sein. Doch habe er gedacht, es habe zur Museumsnacht gehört.

Obschon in der Schweiz Feuerwerk ohne entsprechende Bewilligung nur am Nationalfeiertag und zum Jahreswechsel gestattet ist, fehlt der Polizei dadurch die Handhabe, um Ermittlungen aufzunehmen.

Es bleibt also zumindest fraglich, ob der von der RJG beabsichtigte «Weckruf» bei der Bevölkerung angekommen ist.

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