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Was bedeutet das Gurlitt-Erbe für Bern?

Cornelius Gurlitt hinterlässt seine Kunstsammlung dem Kunstmuseum Bern. Was bedeutet das Erbe für die Stadt Bern? Eine Umfrage.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät: «Von der Sammlung sind wir noch meilenweit entfernt.» Es müssten viele Fragen abgeklärt werden: Was steht im Testament, welche Auflagen sind damit verbunden? Welche Vereinbarungen bezüglich der Rückgabe von Bildern sind getroffen worden? «Es  muss abgeklärt werden, ob man das Erbe ohne schlechtes Gewissen annehmen kann. Erst dann macht ein Geschenk wirklich Freude», sagt  Tschäppät. Per se sei ein solches Geschenk eine enorme Bereicherung.   «Wenn die Sammlung tatsächlich derart bedeutend ist, ist dann die Suche nach Ausstellungsräumen ein angenehmes Problem.»
Stadtpräsident Alexander Tschäppät: «Von der Sammlung sind wir noch meilenweit entfernt.» Es müssten viele Fragen abgeklärt werden: Was steht im Testament, welche Auflagen sind damit verbunden? Welche Vereinbarungen bezüglich der Rückgabe von Bildern sind getroffen worden? «Es muss abgeklärt werden, ob man das Erbe ohne schlechtes Gewissen annehmen kann. Erst dann macht ein Geschenk wirklich Freude», sagt Tschäppät. Per se sei ein solches Geschenk eine enorme Bereicherung. «Wenn die Sammlung tatsächlich derart bedeutend ist, ist dann die Suche nach Ausstellungsräumen ein angenehmes Problem.»
Urs Baumann
Bernhard Mendes Bürgi, Direktor des Kunstmuseums Basel, äussert sich erleichtert: «Zum Glück ging dieser Kelch an mir vorbei. Dieses Erbe scheint mir mehr Bürde als Würde zu sein.» Auch den Wert der Kunstwerke schätzt Bürgi kritisch ein: «Diese Sammlung ist eher von durchschnittlicher Qualität, und einige Spitzenwerke müssen wohl zurückgegeben werden.» Neidisch sei er deshalb sicher nicht.
Bernhard Mendes Bürgi, Direktor des Kunstmuseums Basel, äussert sich erleichtert: «Zum Glück ging dieser Kelch an mir vorbei. Dieses Erbe scheint mir mehr Bürde als Würde zu sein.» Auch den Wert der Kunstwerke schätzt Bürgi kritisch ein: «Diese Sammlung ist eher von durchschnittlicher Qualität, und einige Spitzenwerke müssen wohl zurückgegeben werden.» Neidisch sei er deshalb sicher nicht.
Urs Baumann
Madeleine Schuppli, Direktorin des Aargauer Kunsthauses:  «Ich war über dieser Nachricht  überrascht, wie wohl alle anderen auch.» Neid empfinde sie sicher keinen. «Gurlitts von internationaler und deutscher Kunst geprägte Sammlung würde gar nicht in die auf Schweizer Kunst spezialisierte Sammlung des Aargauer Kunsthauses passen.»
Madeleine Schuppli, Direktorin des Aargauer Kunsthauses: «Ich war über dieser Nachricht überrascht, wie wohl alle anderen auch.» Neid empfinde sie sicher keinen. «Gurlitts von internationaler und deutscher Kunst geprägte Sammlung würde gar nicht in die auf Schweizer Kunst spezialisierte Sammlung des Aargauer Kunsthauses passen.»
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Erben oder ausschlagen? Das Kunstmuseum Bern steht vor einer kapitalen Herausforderung, was den millionenschweren Bilderschatz des verstorbenen Kunstsammlers Cornelius Gurlitt betrifft. Stadtpräsident Alexander Tschäppät schätzt die Lage realistisch ein: «Von Gurlitts Sammlung ist Bern noch meilenweit entfernt.»

Diese Distanz soll verringert werden. Daher reist dieser Tage eine Berner Delegation nach Deutschland mit dem Ziel, sich einen Überblick über die Sammlung zu verschaffen. Matthias Frehner, der Direktor des Berner Kunstmuseums, gilt selber als Experte für Raubkunst.

Wie hoch sind die Kosten?

In der Zwischenzeit stellen sich zahlreiche Fragen: Wie bedeutend sind die Werke aus der Sammlung Gurlitt, welche Kosten sind bei einer allfälligen Erbschaft zu erwarten und wie geht es weiter mit den Raubkunst-Nachforschungen? Darüber sind sich selbst Experten uneinig.

Für Markus Lergier, den Direktor von Bern Tourismus, sind die Aussichten klar: «Mit den Bildern von Cornelius Gurlitt wäre Bern um einen touristischen Leuchtturm reicher, der zusätzliche kunstaffine Gäste in die Stadt bringen würde.» Jedenfalls sei bei ihm bezüglich Perspektiven ein «Vorjubeln vorhanden».

(SDA)

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