Zum Hauptinhalt springen

Was an Familienfesten so erzählt wird

Radiogeschichten auf die Bühne gebracht: This Wachter erfindet mit «Was wahr war» ein neues Format.

Manuel Schüpfer, This Wachter, Martin Bezzola (v.l.).
Manuel Schüpfer, This Wachter, Martin Bezzola (v.l.).
Sandra Stampfli

This Wachter, Sie sind ein Radiomann und erzählen nun Geschichten auf der Bühne. Wie muss ich mir das vorstellen?

Ich erzähle vor Publikum vier wahre Geschichten mit Einspielern von echten Protagonisten – unterstützt durch visuelle Elemente und Musik. Zum Beispiel haben wir eine echte Schreibmaschine auf der Bühne, deren Klang wir loopen.

Was erzählen Sie für ­Geschichten?

Solche, auf die ich in meinem Freundes- und Bekanntenkreis gestossen bin. Zum Beispiel die einer Jugendliebe, bei der sich die beiden aus den Augen verloren, bis sie sich im Alter zufällig wieder trafen. Oder die einer älteren Patientin, die sich gegen eine lebensverlängernde Dialyse entschied. Doch was macht das mit ihr? Und was macht das mit ihrer Hausärztin?

Solche Stoffe sind aber in einem normalen Bekanntenkreis nicht eben dicht gesät.

Doch, die gibt es überall. Man muss nur gut zuhören. Es sind meistens auch diejenigen Anekdoten, die an Familienfesten oder im Freundeskreis weitererzählt werden.

Ist das nicht viel zu persönlich?

Als Radiojournalist wäre mit das zu nah gewesen, ich hätte aus Prinzip nicht über mein Umfeld berichtet. Aber jetzt muss ich diese Neutralität nicht mehr haben, und die Leute aus dem Umfeld vertrauen mir auch. Ich brauchte trotzdem recht lange, bis ich den Leuten begreiflich gemacht hatte, was ich eigentlich will.

Und was wollen Sie?

Ich will Geschichten in einer neuen Form erzählen. So, dass sie das Publikum berühren, dass man danach traurig ist oder sich freut. Man soll immer wieder überrascht werden.

«Mir gefällt diese Form als Antwort auf die digitale Welt, wo man meint, alles sei jederzeit verfügbar.»

This Wachter

Und warum machten Sie nicht eine Radiosendung daraus?

Weil die Dynamik ganz anders ist, wenn Publikum da ist. Die Emotionen in den Zuschauerreihen sind ansteckend, wenn jemand lacht, lachen plötzlich alle. Ausserdem bin ich ja nicht alleine, wir haben diese Show zu dritt erarbeitet: Martin Bezzola war für den Sound verantwortlich und Manuel Schüpfer für die ­Visuals.

Finden Sie es nicht schade, dass Ihr Format nicht für mehr Leute zugänglich ist?

Ich wollte diese Geschichten bewusst nicht vervielfältigen. Auch weil sie zu persönlich sind. So erzähle ich sie in einem geschützten Rahmen. Und mir gefällt diese Form auch als Antwort auf die digitale Welt, wo man immer meint, alles sei jederzeit ver­fügbar.

«Was wahr war»: Di, 23.04., (ausverkauft) und So, 28.4., 16.30 Uhr, Kino Rex, Bern.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch