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Waldstadt Bremer ist nicht bewilligungsfähig

Die Berner Stadtregierung hält eine Stadterweiterung im Bremgartenwald nicht für bewilligungsfähig. Die Ausführungen der Stadtregierung kommen nicht unerwartet.

So war das Projekt Waldstatt Bremer aussehen sollen.
So war das Projekt Waldstatt Bremer aussehen sollen.
zvg

Dass das Projekt «Waldstadt Bremer» einen schweren Stand haben würde, begann sich schon länger abzuzeichnen. Im vergangenen März äusserte ein Rechtsgutachten starke Zweifel am Projekt, das in der vorliegenden Form kaum eine Bewilligung erhalten würde.

Dazu müsste das nationale Waldgesetz geändert werden, ein Unterfangen für das sich wohl derzeit keine Mehrheit finden lasse. Der Stadtberner Gemeinderat verweist in seinem Bericht auf das Rechtsguthaben und kommt zu den selben Schlüssen.

Kontroverse Diskussionen

Die «Waldstadt Bremer» wird seit Jahren sehr kontrovers und emotional diskutiert. Das Projekt sieht vor, dass die Stadt auf Kosten von Wald weiter wächst. Konkret sollte beim Bremgartenwald Wald gerodet werden, damit eine neues Stadtquartier entsteht.

Damit könne Bern der Zersiedelung entgegentreten und einen Beitrag zur Verdichtung des städtischen Zentrums leisten, argumentieren die Befürworter. Für die Kritiker des Projekts ist hingegen klar: «Finger weg vom Wald». Dieser müsse der Stadt als Naherholungsgebiet erhalten bleiben.

Vision im Gegenwind

Im Jahr 2008 hatte das Berner Stadtparlament veranlasst, dass die Vision eines neuen Wohnquartiers im Bremgartenwald einer eingehenden Prüfung unterzogen wird. Doch die Aussichten des Projekts verdüsterten sich, besonders nach der Veröffentlichung des Rechtsgutachtens im März.

Aus SVP-Kreisen wurde erfolgreich eine Initiative lanciert, die verlangt, dass die Stadt Bern keine grossflächigen Waldrodungen für Wohnüberbauungen vornimmt, solange auf dem Gemeindegebiet Baulandreserven vorhanden sind. Die Gemeindeordnung soll entsprechend ergänzt werden.

Stadt setzt auf Viererfeld-Areal

Die Stadt setzt inzwischen auf das Viererfeld-Areal, auf dem eine Grossüberbauung entstehen soll. Im vergangenen Juni tönte Stadtplaner Mark Werren an, dass er davon ausgehe, dass die «Waldstadt Bremer» in absehbarer Zeit nicht verwirklicht werde.

In seinem Bericht von Mitte November bestätigt der Gemeinderat nun diese Einschätzung. Das Projekt «Waldstadt Bremer» sei nicht bewilligungsfähig, schreibt der Gemeinderat. Gemäss geltendem Waldgesetz sei die Aussicht auf eine Rodungsbewilligung für Siedlungszwecke nicht vorhanden.

Aufgrund der eingeholten Stellungnahmen und Gutachten sei es «zwecklos, eine Stadterweiterung (anstelle eines Teils des Bremgartenwalds) weiter zu verfolgen», schreibt die Stadtregierung.

Wichtige Diskussion

Stadtpräsident Alexander Tschäppät sagte am Dienstag auf Anfrage, dass die «Waldstadt«-Diskussion «extrem wichtig» sei, gerade in Zeiten wo man über Raumplanung und sorgfältigen Umgang mit Land rede. Der Ansatz der «Waldstadt» sei interessant. Die bestehende Gesetzgebung und deren Interpretation liessen aber im Moment keine solche Lösung zu.

Der Stadtberner Gemeinderat respektiere die geltenden Gesetze. Das heisse aber nicht, dass man die Diskussion nicht weiterführen dürfe.

Gegner zufrieden

Der Verein Pro Bremgartenwald, der am Dienstag in einer Mitteilung auf den auf der Internetseite der Stadt Bern aufgeschalteten gemeinderätlichen Bericht hingewiesen hatte, freute sich über die ablehnende Haltung des Gemeinderates. Er fordert, dass die Stadt das Projekt nun nicht mehr weiterverfolgt.

Auf Seite der Waldstadt-Befürworter hält man weiterhin am Projekt fest, wie Thomas Maurer, Kommunikationsverantwortlicher des Fördervereins Waldstadt Bremer am Mittwoch auf Anfrage sagte.

Maurer betonte, dass es sich bei den Aussagen des Gemeinderates lediglich «um Einschätzungen handle, was der rechtliche Rahmen zulässt». Bis dies definitiv geklärt sei, habe der Förderverein keinen Anlass, sich vom Projekt zu verabschieden.

(SDA)

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