Wahlkampf lanciert: RGM will mehr bezahlbaren Wohnraum

Stadt Bern

Das Rot-Grün-Mitte-Bündnis setzt für die Stadtberner Wahlen auf ihren Leistungsausweis. In den letzten 24 Jahren habe man Bern zu einer attraktiven Stadt entwickelt, sagten die Gemeinderatskandidaten am Donnerstag.

Etwas mehr als fünf Wochen vor den Wahlen hat RGM ihren Wahlkampf lanciert.

Gut gemacht, RGM, und weiter so. Mit Selbstlob, Leistungsausweis und einem Fokus auf Wohnungsbau steigt das Rot-Grün-Mitte Bündnis in den Wahlkampf. Am Donnerstag war Präsentation der gemeinsamen Wahlkampagne.

Bern sei heute eine «vielfältige, lebendige, soziale und umweltfreundliche Stadt», sagte SP-Gemeinderätin und Stadtpräsidiumskandidatin Ursula Wyss vor den Medien. Dazu habe RGM mit jahrelangem Engagement beigetragen.

GB-Gemeinderätin Franziska Teuscher, die ebenfalls fürs Stadtpräsidiumsamt kandidiert, verwies auf eine Umfrage zur Lebensqualität in der Bundesstadt. 97 Prozent der Bernerinnnen und Berner wohnten gerne in der Stadt Bern, sagte sie. «RGM macht also vieles richtig.»

Um diese Aussagen zu untermauern, hat das Bündnis eine Stadtkarte erstellt, auf der sämtliche realisierten RGM-Projekte seit Gründung des Bündnisses 1992 eingetragen sind. Auf der Website rotgrünmitte.ch sind die Projekte kurz beschrieben.

Bei Wohnungsbau einen Zahn zulegen

Ein Streifzug durch Bern. Der Wahlfilm des Rot-Grün-Mitte-Bündnisses. Youtube.com/Die StadtentwicklerInnen

Auch der Slogan, mit dem RGM in den Wahlkampf steigt, soll den Leistungsauweis unterstreichen: Die StadtentwicklerInnen. Allerdings, so betonten sämtliche Redner, gelte es, sich nicht auf Vergangenem auszuruhen, sondern die Stadt auch in Zukunft weiterzuentwickeln.

Während man bezüglich der sozialen Infrastruktur, des Kultur- und Sportangebots, der Quartierentwicklung sowie der Bildungseinrichtungen den eingeschlagenen Weg weiterverfolgen könne, wolle man beim Wohnungsbau noch einen Zahn zulegen.

«Es ist schier unmöglich, in Bern eine erschwingliche Wohnung zu finden», sagte dazu SP-Gemeinderatskandidat Michael Aebersold. Bern hinke etwa Biel und Zürich «trotz 24 Jahren RGM» hinten nach, was den genossenschaftlichen Wohnungsbau betreffe.

Verbesserungspotenzial sieht RGM auch bezüglich der regionalen Zusammenarbeit. Alec von Graffenried, Stadtpräsidiumskandidat der GFL, bedauert etwa, dass durch die neu geschaffene Regionalkonferenz die Zusammenarbeit mit den Gemeinden der Kernagglomeration gelitten habe. Wie er ausführte, sollte die Stadt für allfällige Fusionen «fit gemacht werden».

Grösste Konkurrenz aus eigenen Reihen

Dass RGM im Gemeinderat auch weiterhin die Mehrheit stellen wird, daran zweifelt niemand. Da FDP und SVP mit getrennten Listen in die Gemeinderatswahlen gehen, liegt sogar ein Sitzgewinn für RGM drin.

Trotzdem ist die Ausgangslage für die RGM-Kandidatinnen delikat. Das Bündnis zerbrach beinahe an der Frage der Stadtpräsidiumskandidaten. Sämtliche Bündnisparteien bestanden auf eine eigene Kandidatur; die SP wollte indes maximal zwei Kandidierende akzeptieren. Schliesslich gaben die Sozialdemokraten nach.

Die Kandidierenden konkurrieren sich auch um die Gemeinderatssitze. Die beiden Bisherigen, Ursula Wyss und Franziska Teuscher, werden die Wiederwahl wohl problemlos schaffen.

Falls der Sitzgewinn ausbleibt, geht aber entweder Alec von Graffenried oder Michael Aebersold leer aus. Während Aebersold mit der SP die grösste Partei im Rücken hat, profitiert von Graffenried dank seiner «Stapi«-Kandidatur von grosser medialen Aufmerksamkeit.

mbu/sda

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