Wärmeverbund im Zeitdruck

Hinterkappelen

Gegen das Baugesuch für den Wärmeverbund Kappelenring sind drei Einsprachen eingegangen. Trotzdem will Energie 360° den ersten Kunden im Herbst Wärme liefern.

Im Herbst sollen im Kappelenring die ersten Kunden mit Wärme beliefert werden.

Im Herbst sollen im Kappelenring die ersten Kunden mit Wärme beliefert werden.

(Bild: Andreas Blatter)

Ab dem nächsten Winter soll der Wohlensee mehrere Liegenschaften und öffentliche Ge­bäude im Gebiet Kappelenring heizen. Zu diesem Zeitpunkt will die Energie 360° aus Zürich ihren Wärmeverbund in Betrieb nehmen. So jedenfalls sah der Fahrplan im vergangenen September aus, als das Unternehmen den Bau des Wärmeverbundes beschlossen hat. Damals rechnete Energie 360° noch damit, dass im November 2017 die Baube­willigung vorliegt.

Dieser Zeitplan ist inzwischen überholt. Denn das Baugesuch für die Heizzentrale auf dem ARA-Areal lag erst in den letzten Wochen öffentlich auf. Und gegen das Vorhaben sind drei Einsprachen eingegangen, wie Regierungsstatthalter Christoph Lerch auf Anfrage sagt. Trotz dem Rückstand auf die ursprüngliche Marschtabelle will Energie 360° unverändert auf die Heizperiode 2018/2019 die ersten Kunden im Kappelenring mit Wärme beliefern. Man sei trotz der Einsprachen «zuversichtlich», noch in diesem Frühling mit den Bauarbeiten beginnen zu können, erklärt die Medienstelle von Energie 360°.

Kritik an der Zone

Zwei Einsprachen stammen von Privatpersonen, eine von der BKW, erklärt Regierungsstatthalter Lerch. Themen in den Einsprachen sind die Ölheizung, ­welche die Wärmelieferung bei Hochlast oder Pannen sicher­stellen soll, und das sensible Schutzgebiet am Wohlenseeufer. Ein Einsprecher stellt die Frage, ob die Wärmezentrale in der Zone für öffentliche Nutzung konform sei. Denn der Wärmeverbund werde von einer gewinnorientierten Firma betrieben und sei damit nur bedingt im öffentlichen Interesse, heisse es in der Einsprache.

Nun hat die Bauherrschaft die Möglichkeit, zu den Eingaben Stellung zu nehmen. Danach folgen die Einspracheverhandlungen und der Entscheid des Regierungsstatthalters. Im Anschluss steht den Parteien der Rechtsweg an die nächsten Instanzen offen.

Mehr Platz für Leitungen

Gleichzeitig mit dem Baugesuch für die Wärmezentrale war eine geringfügige Änderung der Überbauungsordnung (ÜO) publiziert. Es geht darum, beim Leitungsbau mehr Spielraum zu haben. Die ursprüngliche ÜO war so eng gefasst, dass die Leitungen nur in der Strasse verlegt werden dürfen. Aus technischen Gründen und um eine Sperrung der Strasse zu vermeiden, wird die Zone erweitert, sodass Leitungen auch im Landwirtschaftsland verlegt werden dürfen. Gegen diese Änderung der ÜO gab es keine Einsprachen.

hus

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