Vorglühen für den Zibelemärit

Bern

Im Restaurant Jäger in Bethlehem stimmen sich Feierlustige traditionell schon ab Sonntagmittag bei Musik und Raclette auf den Zibelemärit ein.

Da steppt der Bär: Im «Jäger» kommen Zibelemärit-Besucher spielend leicht auf Betriebstemperatur.
Martin Bürki@tinubuerki27

Zum nunmehr achten Mal geht im Restaurant Jäger in Bethlehem die Gaudi schon am Vortag des Zibelemärits los: Ab Sonntagmittag füllt sich die Gaststube mit feierlustigen Leuten, die sich zu volkstümlicher und Hüttenzauber-Musik und hausgemachtem Raclette auf den Berner Traditionsanlass einstimmen.

Zur besten Zeit am Sonntagabend singen und schaukeln über 100 Personen zu den mitreissenden Hits mit, welche die «Pläuschler», ein Entertainer-Duo aus der Ostschweiz, zum Besten geben. «Der Anlass spricht sich langsam rum», sagt auch Rolf Klopfenstein, der das Restaurant seit schon gut zwanzig Jahren führt. So gehört etwa der «Pläuschler»-Fanclub seit vier Jahren zum Inventar: «Da haben sich wunderbare Freundschaften entwickelt», so Klopfenstein.

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Ob Wolfgang Petrys «Das ist Wahnsinn» oder Andreas Gabaliers «Hulapalu», die Stimmung im Saal des «Jägers» ist ausgelassen. «Ich bin zum ersten Mal hier, aber sicher nicht zum letzten Mal», sagt Susanne Hebeisen aus Wohlen. Mit ihrem Mann und den erwachsenen Kindern sei sie wegen des Walliser Entertainers «Z'Hansrüedi» gekommen, geblieben sei sie wegen der familiären Atmosphäre.

Je später die Stunde, desto mehr Bewegung kommt in die Bude. Gegen 3 Uhr stehen schon mehrere Gäste auf ihren Stühlen, zwischen den Tischen wird getanzt. Keine einfachen Bedingungen für das Servicepersonal – doch von Trübsal keine Spur: «Mit Musik macht die Arbeit gleich noch mehr Spass. Für uns ist es ein Dürfen, kein Müssen», beteuert Sandra Schmutz, die seit über zwölf Jahren im «Jäger» serviert.

Für die gute Sache

Gegen 4 Uhr werden die Restaurantgäste von einem Car abgeholt und in die Berner Innenstadt zum Zibelemärit gefahren. Beziehungsweise mit zwei Cars: Der Platz im vom «Jäger» organisierten Bus reicht nicht aus, so dass einige Berner Märitbesucher Asyl im Car des «Pläuschler»-Fanclubs finden.

Erste Station: Der Stand des «Club 7 or 9» in der Aarbergergasse. Auch das hat Tradition, wie Rolf Klopfenstein erklärt: «Die Betreiber spenden den Erlös ihres Zibelemärit-Geschäfts Familien mit zerebral behinderten Kindern, damit diese auch mal in die Ferien fahren können. Wir finden das eine gute Sache, und deshalb bringen wir unsere Leute erst einmal dorthin, um diesen Verein zu unterstützen.»

Um 6 Uhr dann gibts eine Stärkung in Form eines Raclettes – ein Tisch im Restaurant Le Mazot ist reserviert. Was danach noch folgt, hängt vom Durchhaltevermögen der Märitbesucher ab: «Nachmittag wird es in der Regel aber schon», schmunzelt Rolf Klopfenstein. Den Feierabend haben er und sein Team sich dann redlich verdient.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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