Von Bremgarten nach Vietnam – für einen guten Zweck

Bremgarten

Anna Ruch aus Bremgarten und ihr Freund sind nach 17 Monaten auf dem Velo in Vietnam angekommen. Vor ihrer Abreise sammelten sie im Bekanntenkreis Spenden für ein Wasserprojekt vor Ort - und schrieben im Gegenzug Postkarten von unterwegs.

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Sibylle Hartmann@sibelhartmann

15‘180 Kilometer: Diese Strecke haben Anna Ruch aus Bremgarten und ihr Thurgauer Freund Lukas Meuli mit dem Velo zurückgelegt. Ihre Reise gestartet haben die beiden im August 2013 in der Schweiz. Nach 17 Monaten sind sie letzte Woche in Ho Chi Minh City angekommen.

Neben dem Wunsch, mit Menschen aus anderen Kulturen in Kontakt zu kommen, hatte das Paar noch eine andere Motivation für seine Reise: Geld sammeln für benachteiligte Menschen in Vietnam. Für ihre Vorhaben dachten sich die Bernerin und ihr Partner eine eher unkonventionelle Spendenaktion aus.

«Für uns beide war klar, dass wir keinen Reiseblog führen wollten, um unsere Familien und Freunde über dieReise auf dem Laufenden zu halten», so Anna Ruch gegenüber Bernerzeitung.ch/Newsnetz am Telefon. So ist die Idee mit einem Abo entstanden. Die Leute aus ihrem Bekanntenkreis konnten einen Geldbetrag einzahlen und im Gegenzug erhielten sie handschriftliche Post von ihnen. Insgesamt kam mit der Aktion 5'300 Franken zusammen.

Wasserprojekt von Helvetas

Das Geld kommt einem Wasserprojekt von Helvetas vor Ort zugute. Die Schweizer Entwicklungsorganisation hat in Vietnam eine anerkannte Methode zur Wasserdesinfektion eingeführt. Dabei wird verschmutztes Trinkwasser in transparente PET- und Glasflaschen gefüllt und an die Sonne gelegt. In wenigen Stunden töten die UV-Strahlen alle krankmachenden Keime ab.

«Am Projekt gefällt mir, dass es so einfach und simpel ist und auch Einheimische beschäftigt werden», so Ruch. Am Montag hat die 25-Jährige den Spendenscheck dem Projekt in Long An überreicht.

Gastfreundlichkeit im Iran

Obwohl sie sich sehr über die Ankunft in Vietnam und die gelungene Spendenaktion freue, sei sie auch etwas wehmütig, da die Reise auf dem Velo nun zu Ende sei. Im gleichen Atmezug beginnt Anna Ruch von ihren Begegungen zu schwärmen. «Wir hatten sehr, sehr viele schöne Erlebnisse. Vor allem die Gastfreundlichkeit im Iran war unschlagbar. Wir haben es kaum geschafft, nur zu zweit zu sein, weil wir immer eingeladen wurden. Für die Iraner ist es jeweils eine grosse Ehre, Besuch aus Europa zu empfangen.»

Nach der symbolischen Scheckübergabe am Montag ist die Reise für die beide allergings noch nicht zu Ende - nur diejenige per Velo. So geht es für die beiden noch weiter über Peking nach Moskau und danach nach Berlin.

Trotz Wehmut freuen sich Annan Ruch und Lukas Meuli auch wieder auf die Schweiz. «Es zieht uns auch wieder nach Hause. Dort werden wir wieder in den Berufsalltag einsteigen», so die 25-Jährige Ergotherapeutin.

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