Von Biel aus in den Märtyrertod

Biel/Nidau

Die Ar’Rahman-Moschee fällt nicht zum ersten Mal auf. Von hier aus haben sich junge Männer in den Jihad begeben.

In der Bieler Ar'Rahman-Moschee haben sich in der Vergangenheit bereits mehrere junge Männer radikalisiert und sind in den Jihad gezogen (Symbolbild).

In der Bieler Ar'Rahman-Moschee haben sich in der Vergangenheit bereits mehrere junge Männer radikalisiert und sind in den Jihad gezogen (Symbolbild).

(Bild: Keystone)

Am Seelandweg 9 in Biel befindet sich die Ar’Rahman-Moschee, in welcher der in Nidau lebende Libyer Abu Ramadan Hasspredigten gehalten hat. Was die Verantwortlichen der Moschee von Medienbesuchen halten, macht ein Schild neben der Eingangstür klar: «Der Verein Arrissala und seine Mitglieder wünschen keine Medienpräsenz in ihrer Gebetsstätte.»

Das Schild ist schon einige Jahre alt, denn es ist nicht das erste Mal, dass die Ar’Rahman-Moschee Schlagzeilen macht. Hier hat auch Nicolas Blancho gewirkt, der Mitgründer und Präsident des fundamentalistischen Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS). Mitte der Nullerjahre schloss sich ein Bieler, der die Moschee frequentierte, der irakischen al-Qaida an.

2006 kam er im Irak zu Tode. Auch der junge Bieler, der einige Jahre später in Kenia wegen Verdachts auf Kontakte zu islamistischen Milizen in ­Somalia festgenommen wurde, hatte in der Moschee verkehrt. Ein weiterer Fall war der junge Kurde, der die Ar’Rahman-Moschee und anschliessend eine radikale Koranschule in Ägypten besucht hatte und psychisch schwer angeschlagen zurückkam.

Nur selten nahmen Verantwortliche der Moschee Stellung. 2012 äusserte sich Khalid Ben Mohammed, zumindest damals einer der Imame der Moschee, gegenüber Swissinfo. «Eine Öffnung bringt nichts, man drückt uns immer wieder dasselbe Etikett auf», sagte er.

Was den Inhalt der Predigten von Abu Ramadan in Biel betrifft, so spricht ein Tondokument eine deutliche Sprache: «O Allah, ich bitte dich, die Feinde unserer Religion zu zerstören. Zerstöre die Juden, die Christen, die Hindus und die Russen und die Schiiten.»

Es ist nicht bekannt, welches die Position der Moschee zu solchen Inhalten ist. Khalid Ben Mohammed meinte vor fünf Jahren lapidar: Zentral sei das Internet, «der Einfluss der Imame ist sehr bescheiden».

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