Vom Tellerwäscher zum Moderator

Wabern

Nach dem Aus der «Too Late Show» im Progr startet am Freitag in der Heitere Fahne in Wabern eine neue Late-Night-Show. Diese wird von einem Tellerwäscher moderiert und hat eine illustre Gästeschar.

Hüseyin Aydemir probiert sich am Freitag in der Heitere Fahne als Moderator der neuen Berner Late-Night-Show.

Hüseyin Aydemir probiert sich am Freitag in der Heitere Fahne als Moderator der neuen Berner Late-Night-Show.

(Bild: zvg)

Sibylle Hartmann@sibelhartmann

«Das ist eine gute Frage, was ich am Freitag auf der Bühne vorhabe», sagt Hüseyin Aydemir und lacht. Er habe erst vergangenen Mai zum ersten Mal Theaterluft geschnuppert, erzählt der 38-Jährige, der seit eineinhalb Jahren als Mitaktivist in der Heitere Fahne tätig ist. Bei seinem 10-minütigen Kurzauftritt neben Pedro Lenz und Raphael Urweider im Kulturlokal in Wabern hatte er offenbar so richtig Blut geleckt. So wird er sich als Nächstes gleich als Moderator der neuen Berner Late-Night-Show versuchen.

Diese feiert am Freitagabend ebenfalls in der Heitere Fahne Premiere - im Rahmen des steilen Freitags, einer allwöchentlichen Openstage-Plattform. «Es ist wirklich verrückt, ich habe mich hier sozusagen vom Tellerwäscher zum neuen Schauspieler gemausert, mit alles Profis um mich rum.»

Damit meint er die illustren Gäste, die am Freitag in der ersten Ausgabe von «Helft mir - ich bin Aydemir» auftreten. So stehen neben Dominik Gysin, der als Co-Moderator fungiert, Schriftsteller Raphael Urweider, Schauspieler Hoschi Hostettler und seine Punkband Biggerclub und sogar Stadtpräsident Alexander Tschäppät auf der Bühne.

Gleiche Gäst, andere Show

Dass die Zusammensetzung der Gäste mit derjenigen der letzten Ausgabe der Too Late Show fast identisch ist, sei nicht nur Zufall. «Es sind alles Freund von mir. Und bei Tschäppät habe ich mir einfach gesagt: Nachdem er seinen Auftritt in der letzten Too Late Show abgesagt hat, hole ich ihn in die Heitere Fahne», so Aydemir.

Auch wenn die Gäste zum Teil dieselben seien, unterscheide sich das Konzept von «Helft mir - ich bin Aydemir» inhaltlich von demjenigen der Too Late Show. «Wir machen eine alternative Variante, ohne grossen Schnick Schnack und mit einfach Mittel auf der Bühne», sagt Aydemir. Die Too Late Show sei ein anderes Kaliber gewesen. Die hätten sich alles erkämpfen und Miete zahlen müssen. Die Show wurde schliesslich auch aufgrund fehlender Kulturfördermittel eingestellt.

So wird in der Heitere Fahne für «Helft mir - ich bin Aydemir» auch keinen Eintritt verlangt, sondern Spenden für «Gemeinsam für Kobane» gesammelt. Aydemir selber setzt setzt sich seit vergangengen Jahr intensiv für Flüchtlinge ein und war bereits in Ungarn, Stuttgart und auf Lesbos im Einsatz. Und direkt nach der Show kehrt er wieder einen Monat auf die griechische Insel zurück.

«Und falls die erste Show am Freitag glückt, wird es danach sicher eine weitere geben». Und nach der Männerrunde dann nur mit Frauen, fügt Aydemir noch an.

Berner Zeitung

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