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Volk entscheidet 2014 über Tram Region Bern

Mit dem Tram Region Bern beschäftigen sich jetzt die Parlamente von Köniz, Bern und Ostermundigen: Sie befinden in diesem Herbst über Gemeindeanteile von je 860'000 Franken für die Erarbeitung des Bauprojekts.

Das Tram 10 soll dereinst die heutige Buslinie ersetzen, die Ostermundigen-Rüti mit Köniz-Schliern verbindet.
Das Tram 10 soll dereinst die heutige Buslinie ersetzen, die Ostermundigen-Rüti mit Köniz-Schliern verbindet.
zvg

Das Geld wäre gut angelegt, betonte Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät am Dienstag an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit den Gemeindepräsidenten Christian Zahler (Ostermundigen) und Luc Mentha (Köniz): Die neue Tramlinie brächte markante Verbesserungen für den Gesamtverkehr und für den Wirtschaftsraum der Agglomeration Bern.

Schliesslich platze die heutige Buslinie 10 aus allen Nähten: Zwischen Köniz und Ostermundigen transportiere sie mehr Menschen als alle Postauto-Linien im ganzen Kanton Bern - «Tendenz steigend». Denn alle drei Gemeinden dürften in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Die Umstellung auf Tram sei deshalb das Gebot der Stunde, betonte der Könizer Gemeindepräsident Mentha. Das Tram könne mehr Passagiere befördern, sei komfortabler und komme mit weniger Fahrten aus: Im 6- Minuten-Takt könnte das Tram mehr Personen transportieren als der Bus in einem 3-Minuten-Takt.

Die Tramlinie hälfe zudem, das Wachstum in den Gemeinden nach innen zu lenken, ergänzte Ostermundigens Gemeindepräsident Zahler: Neuer Wohn- und Arbeitsraum solle dort entstehen, wo der öffentliche Verkehr hinkommt. Die neue Tramlinie wäre also auch ein Beitrag gegen die Zersiedelung.

Der Projektierungskredit beläuft sich auf knapp 22 Millionen Franken. Den Löwenanteil trägt mit 17 Millionen der Kanton, dazu kommen 2 Millionen von Bernmobil und je 860'000 Franken der drei Gemeinden.

«Kein Plan B»

Ostermundigens Parlament entscheidet am 27. Oktober, der Berner Stadtrat am 3. November, der Könizer Grosse Gemeinderat am 14. November. Sollte ein Parlament Nein sagen, wird die Behördendelegation die neue Ausgangslage beurteilen müssen.

«Einfach wäre das nicht», räumte Mentha ein. Man müsste die Ratsdebatten analysieren und ausloten, ob die Einwände der Gegner in einem zweiten Anlauf berücksichtigt werden können. «Doch eigentlich gibt es keinen vernünftigen Plan B.»

Zeitdruck

Denn das Tram Region Bern steht unter grossem Zeitdruck: Die Projektierungsarbeiten müssen 2014 beendet sein, sonst dürften die fest eingeplanten Bundesgelder wegfallen. «Dieses Geld würde dann für Projekte in Zürich, Basel oder Lausanne eingesetzt», mahnte Luc Mentha.

Das Finanzierungskonstrukt für das Tram Region Bern fiele in sich zusammen wie ein Kartenhaus, zumal die Gesamtkosten nicht eben tief sind: Laut Vorprojekt könnten sie sich auf bis zu 550 Millionen Franken belaufen. Davon soll der Kanton 300 und der Bund 120 Millionen zahlen.

Der Rest entfällt zum grossen Teil auf die drei Gemeinden. Aufgrund des vereinbarten Schlüssels rechnet Bern mit 48 Millionen Franken, Ostermundigen mit 30 und Köniz mit 18. Dabei gehe es mehrheitlich um Kosten für Strassen- und Werkleitungssanieren, die so oder so auf die Gemeinden zukämen, betonten Tschäppät, Mentha und Zahler.

Souverän entscheidet 2014

Trotzdem sei vor den kommunalen Abstimmungen 2014 noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten, räumten sie ein. So braucht es in Bern laut Tschäppät eine verlässliche Aussage über eine allfällige zweite Tramachse - sonst könnten die Stadtberner Stimmberechtigten die Vorlage aus Angst vor einem Innenstadt-Kollaps ablehnen.

SDA/js

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