Volg zeigt Interesse an der alten Käserei

Laupen

Seit über zwei Jahren gibt es westlich der Sense ­keine Einkaufsmöglichkeit mehr. Das könnte sich ändern. Volg zeigt Interesse, in der ­alten Käserei ein Laden­lokal einzurichten.

Die alte Käserei ist jetzt im Eigentum der Immobilienfirma Nerinvest. Diese möchte das Gebäude für ein Ladengeschäft umbauen.

Die alte Käserei ist jetzt im Eigentum der Immobilienfirma Nerinvest. Diese möchte das Gebäude für ein Ladengeschäft umbauen.

(Bild: Enrique Muñoz García)

Hoffnungsschimmer für die Laupnerinnen und Laupner westlich der Sense. Vielleicht können sie in absehbarer Zeit in ihrem Quartier Einkäufe tätigen. Nachdem Coop vor zwei Jahren ins Einkaufszentrum auf dem Laupner Poly-Areal gezogen ist, steht die ehemalige Filiale leer. Um Konkurrenz aussen vor zu lassen, hat Coop bis jetzt verhindert, dass sich in der Liegenschaft an der Bösingenstrasse ein Lebensmitteldetailhändler niederlassen könnte.

Jetzt berichten Anwohner, dass Volg interessiert sei, in der alten Käserei einen Laden zu eröffnen (siehe Kasten).Davon hat auch Gemeindepräsident Urs Balsiger (SVP) gehört. «Zu diesem Zweck haben wir über das Gebiet rund um die ehemalige Coop-Filiale eine Planungszone gelegt», sagt er.

Erste Gespräche

Nachdem die früheren Besitzer der alten Käserei bei einem ­Gewaltverbrechen ums Leben gekommen waren, kaufte das ­Immobilienunternehmen Nerinvest die Liegenschaft. Volg bestätigt, dass mit der Liegenschaftsbesitzerin erste Gespräche stattgefunden hätten. Dabei sei aber noch nichts Konkretes herausgekommen. Dazu sagt Nerinvest-Geschäftsleiter Walter Zahnd: «Wir sind in Abklärungen und hätten ebenfalls Interesse an einem Ladenlokal in der alten Käserei. Wir haben dies der Gemeinde im Rahmen einer Einsprache gegen die Planungszone ausdrücklich bestätigt.»

Obschon Volg schriftlich Interesse angemeldet hat, kann die Nerinvest-Gruppe im Moment nichts entscheiden, weil die Gemeinde «quasi über Nacht» eine Planungszone über das Gebiet gelegt habe. Gemeindepräsident Balsiger will sich zu den Absichten von Nerinvest nicht äussern.

Kein Laden mehr

Früher gab es westlich der Sense nebst Coop eine Käserei, eine Bäckerei und den Blumenladen von Therese Klopfstein. Seit Juli ist Letzterer ebenfalls geschlossen. Nachdem Coop von gegenüber weggezogen war, verlief das Geschäft flau. «Ich möchte die Parzelle verkaufen, habe letztes Jahr mit einem Interessenten einen Vorverkaufsvertrag abgeschlossen», sagt die Geschäftsfrau.

Nach einer positiv beantworteten Voranfrage habe sie zusammen mit Nervinvest im Januar ein Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus eingereicht. Es soll am Platz des ehemaligen Blumen­ladens stehen. Die Nerinvest-Gruppe möchte dieses Bauprojekt realisieren. Aber Therese Klopfstein ist immer noch Eigentümerin der Liegenschaft. Das Problem: «Von der Gemeinde hörten wir monatelang nichts, bis wir im Anzeiger lasen, dass das Gebiet eine Planungszone ist, was uns die Gemeinde aber erst später mitteilte.»

Einsprache eingereicht

Klopfstein und eine zur Nerinvest Gruppe gehörende Gesellschaft reichten im vergangenen April Einsprache gegen die Planungszone ein. «Bei der Einspracheverhandlung, und bereits in einem vorherigen Gespräch, hat die Gemeinde zweimal mündlich zugesichert, dass das Mehrfamilienhaus gebaut werden könne, wenn in die alte Käserei ein Laden komme», sagt Geschäftsleiter Walter Zahnd und ärgert sich: «Jetzt will niemand mehr etwas davon wissen. Wir sind blockiert.» Informiert und begründet habe die Gemeinde nie, trotz mehrmaligen Nachfragens.

Wie Beat Messerli, Rechtsanwalt der Nerinvest-Gruppe erklärt, habe die Gemeinde zuletzt weitere Verhandlungen abgelehnt. «Der Bauverwalter hat die Einspracheakten immer noch nicht an den Kanton weitergeleitet, obschon Nerinvest in der alten Käserei genau das bauen will, was die Gemeinde möchte: einen Laden», sagt Messerli.

Ein Laden ist auch das erklärte Ziel des Gemeinderats in der Planungszone (siehe Kasten). Aber so wie es jetzt aussieht, werden die Bewohner des Quartiers ­westlich der Sense noch längere Zeit ohne Einkaufsmöglichkeit ­bleiben.

Berner Zeitung

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