«Violette Zone» sorgt für Verwirrung

Für das Velo-Verleihsystem Publibike hebt die Stadt Bern laufend Autoparkplätze auf. Trotzdem dürfen Autofahrer die leeren Parkplätze nicht mehr nutzen.

Die «violetten Zonen» dürfen nicht als Parkplätze genutzt werden, obwohl sich die Wiederinbetriebnahme des Veloverleihs verzögert.

Die «violetten Zonen» dürfen nicht als Parkplätze genutzt werden, obwohl sich die Wiederinbetriebnahme des Veloverleihs verzögert.

(Bild: Christoph Albrecht)

Christoph Albrecht

Wäre alles nach Plan gelaufen, wären Berns Strassen demnächst noch etwas violetter geworden. Nach dem Start im Juni hätte Publibike eigentlich schon bis diesen September ihre Flotte vergrössern wollen – von siebzig auf hundert Stationen und von 700 auf 1200 Velos.

Nur eben: eigentlich. Das Debakel hat den Verantwort­lichen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wegen der aktuellen Stilllegung des Systems lässt der Ausbau voraussichtlich bis Ende Jahr auf sich warten.

Und doch ist in den Stadt­berner Quartieren die Farbe Lila weiter auf dem Vormarsch. Der Grund: Für den vorgesehenen Ausbau hat die Stadt zu den bereits geopferten dreissig Parkplätzen der blauen Zone nochmals dreissig aufgehoben – und zugunsten der künftigen Publibike-Stationen schon einmal violett eingefärbt.

Verdrängte Autofahrer, die nun hoffen, dass sie die Felder doch noch etwas länger nutzen können, da sich der Ausbau verzögert, haben sich jedoch zu früh gefreut. «Für Autos sind diese Felder verboten», sagt der städtische Verkehrsplaner Karl Vogel.

Infotafeln folgen

Man nimmt den Autofahrern also Parkplätze weg und hält sie für Leihvelos frei, die aber erst Monate später kommen? «Nein», sagt Vogel. Seine Er­klärung: Die aufgehobenen Parkfelder würden nur so lange leer stehen und somit quasi den Platz verschwenden, bis Publibike den Betrieb wieder aufnehme. «Sobald das der Fall ist, sind auch die neu geschaffenen Stationen Teil des Netzes.»

Das heisst also: Auch wenn die Erweiterung der Flotte noch auf sich warten lässt und nach der Wiederinbetriebnahme erst noch begrenzt Velos verfügbar sind, gibt es dann schon mehr Stationen. «Die Stilllegung hat keinen Einfluss auf die Installation von weiteren Stationen.»

Zusätzlich für Verwirrung sorgen dürfte derzeit, dass ei­nige Felder zwar schon lila gestrichen sind, aber noch keine Publibike-Infotafeln daneben stehen (siehe Bild). «Das wird demnächst folgen», so Vogel. Falsch parkierte Autos wolle man «kulant behandeln».

Berner Zeitung

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