Villette-Wirt schmeisst schon wieder hin

Muri

Fünf Monate nach der Eröffnung ist das Restaurant La Villette schon wieder zu. Wie es zum schnellen Aus kam, bleibt unklar. Offen ist auch, ob der Besitzer an einer Gastronutzung festhält – trotz zuletzt mehreren erfolglosen Anläufen.

<b>Da waren sie noch zuversichtlich:</b> Daniel und Manuela Staffiere im Mai dieses Jahres.

Da waren sie noch zuversichtlich: Daniel und Manuela Staffiere im Mai dieses Jahres.

Christoph Albrecht

Im Frühling war die Zuversicht noch gross. «Die verschiedenen Räume bieten schöne Möglichkeiten», schwärmte Wirt Daniel Staffiere im Mai, als er das Restaurant La Villette nach über drei Jahren Leerstand frisch übernahm.

Mit Fokus auf Fleisch- und Grillspezialitäten wollte der Basler Gastronom der einstigen Muriger Traditionsbeiz mit zuletzt mehreren Rückschlägen eine neue Etikette verpassen. Auf die dem Restaurant angegliederte Bäckerei – früher das eigentliche Aushängeschild der Villette – verzichtete Staffiere. Stattdessen machte er daraus eine Lounge.

Nun ist kaum Herbst und das La Villette bereits wieder Geschichte. Wie die «Lokal-Nachrichten» berichten, hat das Restaurant nach nicht einmal fünf Monaten schon dichtgemacht. «Ich musste die Reissleine ziehen, sonst stehen wir in einem halben Jahr im Amtsblatt», wird Wirt Daniel Staffiere im Bericht zitiert.

Die Kostenstruktur im traditionellen Haus an der Thunstrasse lasse keine kontinuierliche Entwicklung zu. Auf Anfrage dieser Zeitung präzisiert Staffiere: «Die Rechnung ging schlicht nicht auf.» Für einen rentablen Betrieb wären fünfmal mehr Gäste nötig gewesen.

Dass die erhoffte Frequenz ausgeblieben ist, führt er eher auf den Standort als auf sein Konzept zurück. «Wir hatten ein gutbürgerliches Angebot, bei dem jeder etwas fand», sagt Staffiere. Dass der Restaurantbetrieb so harzig laufen würde, sei für ihn nicht zu erwarten gewesen. Um einen grösseren finanziellen Schaden zu verhindern, habe er nun aber vorzeitig künden müssen.

Widersprüchliche Angaben

Tatsächlich hatte sich der Wirt, der in der Vergangenheit in der Region Basel mehrere Restaurants geführt hat, in Muri eigentlich auf ein längeres Gastspiel eingestellt. Davon zeugt der fünfjährige Mietvertrag, den er unterschrieben hat – «naiverweise», wie er heute sagt. So lange abzahlen muss er die Mieten aber offenbar nicht.

«Ich werde nicht darauf beharren», sagt Markus Lehmann, Besitzer der Villette-Liegenschaft. Im Zusammenhang mit dem Aus des Restaurants nennt er – im Widerspruch zu Staffiere – andere Gründe. So habe der Wirt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Was nun aus dem Haus werden soll, bleibt offen. Nebst einem Restaurant kämen auch andere Nutzungen infrage. «Ich möchte das ‹Villettli› aber am liebsten erhalten.»

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