Zwei Komitees für das Viererfeld

Bern

Gleich zwei Komitees setzen sich für die Überbauung des Berner ­Viererfelds ein. Das Projekt sei «eine einmalige Chance für Bern». Die Befürworter sind politisch breit aufgestellt.

Auf dem Viererfeld soll Wohnraum entstehen.

Auf dem Viererfeld soll Wohnraum entstehen.

(Bild: Urs Baumann)

«Lebensqualität im Zentrum» – mit diesem Slogan werben seit Dienstag die Befürworter für die Überbauung des Vierer- und des Mittelfelds in der Berner Länggasse. Sie sind in zwei Komitees aufgestellt, und für sie ist der Bau des Stadtquartiers für 3000 Bewohner «eine einmalige Chance für Bern». Ihre Argumente sind so vielfältig, wie die Komitees zusammengesetzt sind (siehe Box).

Bezahlbare Wohnungen

In der Stadt Bern herrscht mit einem Leerwohnungsbestand von 0,41 Prozent Wohnungsnot – das sei ein wichtiger Grund, ­weshalb die Chance Viererfeld genutzt werden müsse, sagte Natalie Imboden, Präsidentin des Mieterverbands Bern. «Im neuen Quartier werden faire und bezahlbare Mieten möglich sein.» Die Hälfte der Wohnungen muss von gemeinnützigen Bauträgern erstellt werden. «Da diese keinen Gewinn machen dürfen, sind solche Wohnungen längerfristig 20 Prozent günstiger zu mieten als auf dem herkömmlichen Markt.»

In der Länggasse sei der Druck auf die Mietzinse besonders hoch, sagte Rechtsanwalt und «Mr. Euro 08» Marcel Brülhart, der seit 20 Jahren im Quartier wohnt. Er findet die Überbauung Viererfeld nötig, damit der Charakter der Länggasse mit ihrer durchmischten Bevölkerung erhalten bleibe. Das würde auch ­ältere Länggässler freuen, sagte Heinz Hänni von der Domicil Bern AG. Heute sei es nicht einfach, im Quartier eine altersgerechte Wohnung zu finden.

Grünflächen für Wohnungsbau zu opfern, müsse gut überlegt sein, betonte Stéphanie Penher, Präsidentin Grünes Bündnis. Die Matte sei zwar heute schön anzuschauen, einen grossen Nutzen oder Erholungswert biete sie der Bevölkerung aber nicht. «Das würde sich mit dem neuen Stadtpark ändern, der dreimal so gross wäre wie der Rosengarten.» Familiengärten und Sportplatz würden integriert. Penher betonte auch, dass es sinnvoll sei, in der Stadt zu verdichten, statt auf dem Land zu bauen und Pendlerverkehr zu generieren. «Mit dem Viererfeld schaffen wir ein ökologisch vorbildliches Quartier.»

Auch aus städtebaulicher Sicht wäre das Viererfeld ein Gewinn, sagte Architekt Beat Wacker. Das neue Quartier würde eine Verbindung zur hinteren Länggasse und zum Rossfeld schaffen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt