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Nur im Schritttempo zu Tempo 30

Nur noch Höchstgeschwindigkeit 30 oder gar 20 km/h: Total 13 Beschwerden sind gegen Temporeduktionen in der Stadt Bern eingegangen. Vier davon hat der Statthalter nun ausgeräumt.

Tempo 30 erhitzt die Gemüter immer wieder. Foto: Adrian Moser
Tempo 30 erhitzt die Gemüter immer wieder. Foto: Adrian Moser

Die Massnahmen der Stadt Bern zur Verkehrsberuhigung halten die Juristen auf Trab: Dreizehn Beschwerden sind gegen Temporeduktionen eingegangen. Vier davon hat der Regierungsstatthalter Christoph Lerch (SP) vom Tisch gewischt. Er kam zum Schluss, dass die vier Beschwerdeführer gar nicht legitimiert sind, Beschwerden einzureichen.

Lerch ist deshalb auf die Beschwerden nicht eingetreten, wie er gestern mitteilte. Gleichzeitig stellt er aber auch klar, dass der Entscheid nicht nur eine Folge der fehlenden Legitimation gewesen sei. Auch inhaltlich seien die entsprechenden Temporeduktionen nicht zu beanstanden.

Konkret geht es um Temporeduktionen auf dem Viktoriaplatz, der Jungfrau- und der Marienstrasse, der Dalmazibrücke und auf Aar-, Marzili- und Sulgeneckstrasse sowie Elfen- und Brunnadernstrasse. Auf dem Viktoriaplatz will die Stadt Tempo 20 einführen, in den anderen Fällen Tempo 30.

Weiterzug angekündigt

Die zuständige Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) zeigte sich erfreut über die Entscheide des Regierungsstatthalters. «Sie bestätigen uns in unserem Weg», sagt die Verkehrsdirektorin. Sie hoffe, dass die Beschwerdeführer nun den Entscheid nicht weiterziehen und den «klaren Wunsch der Bevölkerung ernst nehmen». Doch daraus wird nichts. Man werde den Entscheid auf jeden Fall ans kantonale Verwaltungsgericht weiterziehen, teilte Thomas Balmer, Präsident des Gewerbeverbandes KMU Stadt Bern, dem «Bund» mit.

Zumindest im Fall der Tempo 30-Zone von Marzili- und Sulgeneckstrasse erschliesst sich der Sinn eines Weiterzugs nicht. Schliesslich gaben bei einer Anwohnerbefragung desselben Gewerbeverbands rund 80 Prozent der Befragten an, sie würden die Einführung von Tempo 30 zwischen den Kreiseln bei der Dalmazibrücke und der Dampfzentrale befürworten.

«Null Verständnis»

Jana Papritz vom Quartierverein Marzili hat denn auch «null Verständnis» für das Verhalten der Verantwortlichen des Gewerbeverbandes. Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts, das Tempo-30-Provisorium im Marzili wieder aufheben, hatte Papritz vor dem nahe gelegenen Schulhaus Kundgebungen zur Sensibilisierung mitorganisiert. Sie sagt: «Gerade wegen der Gefährdung der Schulkinder hätten wir uns einen raschen Abschluss in der Sache gewünscht.»

Gefühlt habe es im Marziliquartier in den letzten Tagen wieder höheres Verkehrsaufkommen gegeben, sagt Jana Papritz. «Mein Eindruck ist, dass die Strasse nach der Rückkehr zu Tempo 50 wieder vermehrt als Schleichweg benutzt wird.» Der Quartierverein plane deshalb gemeinsam mit der Stadt Bern Sofortmassnahmen, um Verkehrsteilnehmer durch Schilder und Signalisation für Schule und Schulkinder zu sensibilisieren.

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