Vielleicht gehts auch günstiger

Busswil

Der Busswiler Gemeinderat Rolf Christen schürt Hoffnungen, dass der Bahnhof doch noch vor 2023 behindertengerecht umgebaut wird. Die SBB ­relativieren Christens Aus­sagen allerdings.

Wann wird dieser Bahnhof behindertengerecht??In Busswil ist das Mittelperron im Moment nur über die Treppe erreichbar.

Wann wird dieser Bahnhof behindertengerecht??In Busswil ist das Mittelperron im Moment nur über die Treppe erreichbar.

(Bild: Patrick Weyeneth/zvg)

Es sah aus, als müssten die Busswiler für einen behindertengerechten Bahnhof ganz hintenanstehen. Vor 2023 – der Deadline, die das Behindertengleichstellungsgesetz vorgibt – werde wohl nichts passieren, sagten die SBB bislang auf Anfrage.

Das Problem: Heute kann das Busswiler Mittelperron nur via Treppe erreicht werden. «Die Idee ist, dieses Perron mit einer Rampe zu ergänzen», sagte SBB-Sprecher Daniele Pallecchi im Februar. Dann aber müsse man wegen der Sicherheitsvorschriften das Perron verbreitern. Das hätte zur Folge, dass auch das Gleis verschoben werden müsste, kurz: Das Verfahren wird kompliziert, lang und teuer.

Nicht parallel anhalten

Doch nun zeigt sich: Vielleicht geht alles viel einfacher. «Die SBB hatten eine geniale Idee», informierte Gemeinderat Rolf Christen (BDP) an der letzten Sitzung das Lysser Parlament. Künftig sollen die S-Bahn-Züge von und nach Bern und Biel künftig nicht mehr ganz parallel halten .

Konkret: Wenn ein Fahrzeug ein Stück weiter in Richtung Lyss und das andere ein Stück weiter in Richtung Biel hält, kommen sich die ein- und aussteigenden Personen nicht in die Quere. Das Perron müsste nicht verbreitert werden – «ich hoffe», so Christen weiter, dass diese Lösung noch vor 2023 umgesetzt wird».

Zwar fahren die beiden S-Bahnen zurzeit gar nicht gleichzeitig ein, die Differenz beträgt jedoch nur vier Minuten. Damit ist klar: Bei einer Verspätung können sich Züge und Passagiere durchaus in die Quere kommen.

Die SBB wollen sich weder zum Lösungsvorschlag noch zum Zeitpunkt äussern. «Bauliche Anpassungen sind so oder notwendig, damit der Bahnhof Busswil die Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes erfüllt», sagt Sprecher Reto Schärli heute. Bahn und Gemeinde würden nun eine Studie ausarbeiten, die Resultate lägen wohl im Laufe des nächsten Jahres vor. Ein Umbautermin stehe für den Bahnhof Busswil noch nicht fest.

Weitere Projekte

Die Planung von SBB und Gemeinde geht über die Perronfrage hinaus: «Angedacht ist, die bestehende Bahnhofunterführung zu verbreitern und damit besser passierbar zu machen», so Christen. SBB und Gemeinde Lyss hätten vor, für dieses Projekt eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, sagt er weiter.

Die SBB möchten zudem nordwestlich der Gleise im «Riedli» zwei Baufelder besser nutzen. Die Bahn sei an die Gemeinde herangetreten mit dem Wunsch, dass eine Überbauungsordnung erarbeitet werde, sagt Rolf Christen. Was die Bahn anschliessend mit dem Land machen will, ist indes noch unklar. Konkrete Baupläne existierten derzeit keine, sagt Sprecher Reto Schärli.

Schliesslich soll eine weitere Studie klären, wie der Bahnhofplatz attraktiver werden kann. Dafür hat der Gemeinderat Planungskosten von 45 000 Franken gesprochen. Eine Idee sei etwa, die Länggasse auf das Niveau der Unterführung anzupassen und damit den Zugang zum Bahnhof niveaugleich zu bauen. «Aus Sicht der SBB funktioniert der Bahnhof im Grundsatz, sodass kein dringender Handlungsbedarf besteht», sagt Schärli zu diesen ­Plänen.

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