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Viele offene Fragen nach Polizei-Einsatz an Berner «Strassenparty»

Die «Strassenparty» von mehr als 100 Jugendlichen am Samstagabend in Bern wirft hohe Wellen.

Die Heiliggeitstkirche wurde besprayt.
Die Heiliggeitstkirche wurde besprayt.
Walter Pfäffli
Die Heiliggeitstkirche wurde besprayt.
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Walter Pfäffli
Die Heiliggeitstkirche wurde besprayt.
Die Heiliggeitstkirche wurde besprayt.
Walter Pfäffli
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Sympathisanten der Jugendlichen werfen der Polizei einen unverhältnismässigen Einsatz vor. Die Polizei verweist auf den hohen Sachschaden, der angerichtet worden sei. Die «Junge Alternative JA!» hatte bereits am Wochenende das Vorgehen gegen die Teilnehmer einer «friedlichen Party» kritisiert. Daniela Sigrist, Sprecherin der Kantonspolizei Bern, hielt am Montag fest, bei den Personenkontrollen seien unter anderem Pfeffersprays und Wurfgegenstände sichergestellt worden. Der Sachschaden werde auf mehrere zehntausend Franken geschätzt.

Die Jugendlichen hatten sich - offenbar aufgrund von Flugblättern und Aufrufen im Internet - in der Länggasse getroffen, dann zogen sie Richtung Bahnhof. Bei der Heiliggeistkirche wurden sie von der Polizei eingekesselt. 124 Personen wurden abtransportiert, mehrere von ihnen müssen mit einer Anzeige wegen Landfriedensbruch rechnen.

Ob die Polizei im Vorfeld Kenntnis von der geplanten «Strassenparty» hatte, wollte Polizeisprecherin Sigrist nicht sagen. Eine bewilligte Demonstration war es jedenfalls nicht: Bei der zuständigen Stelle war kein Gesuch eingegangen, wie Marc Heeb vom städtischen Polizeiinspektorat auf Anfrage sagte.

«Sozialer Protest»

Aus der Sicht der Aktivisten handelte es sich auch gar nicht um eine Demonstration als um einen spontanen sozialen Protest gegen eine gesellschaftliche Entwicklung. Das macht die Organisation «Antirep-Bern» in einem Communiqué deutlich. Gemäss verschiedenen Quellen soll die Strassenparty im Rahmen von «Reclaim the Streets» organisiert worden sein. Diese Widerstandsbewegung richtet sich gegen die Globalisierung und die Vereinnahmung des öffentlichen Raums.

Antirep-Bern warf der Polizei vor, sie habe am Samstagabend «die Repressionswelle gegen politisch aktive Personen nahtlos weitergeführt». Bei den Personenkontrollen seien die Festgehaltenen schikaniert worden. Zudem habe man ihnen mit der Entnahme von DNA-Proben gedroht, heisst es im Antirep-Communiqué. Polizeisprecherin Sigrist sagte dazu auf Anfrage: «Es sind keine DNA-Proben angeordnet und auch keine entnommen worden.»

SDA/adk

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