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«Viele Deutsche sehen in Schweizern eine Art verschärfte Schwaben»

Das Leben komme ihm hier oft wie «in Zeitlupe» vor. Gleich darauf preist er das «Genie der Schweiz». Wolfgang Koydl, Schweiz-Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» verfolgt die Geschehnisse in unserem Land mit einem kritischen und einem wohlwollenden Auge. Ein Gespräch über gegenseitige Vorurteile und Missverständnisse.

Der deutsche Journalist und Autor Wolfgang Koydl, Auslandskorrespondet der Süddeutschen Zeitung, am Mittwoch (25.01.12) im Rahmen eines Interviews mit BZ-Journalist Andreas Saurer im Café Sprüngli am Paradeplatz in Zürich.
Der deutsche Journalist und Autor Wolfgang Koydl, Auslandskorrespondet der Süddeutschen Zeitung, am Mittwoch (25.01.12) im Rahmen eines Interviews mit BZ-Journalist Andreas Saurer im Café Sprüngli am Paradeplatz in Zürich.
Flurin Bertschinger/Ex-Press
Reden, lesen und  staunen: Wolfgang Koydl.
Reden, lesen und staunen: Wolfgang Koydl.
Flurin Bertschinger/Ex-Press
Er spricht über Vorurteile und Missverständnisse.
Er spricht über Vorurteile und Missverständnisse.
Flurin Bertschinger/Ex-Press
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Herr Koydl, was Schweizer partout nicht verstehen: Woher kommt der unbändige Drang der Deutschen, auf der Autobahn nach Belieben blochen zu dürfen?

Wolfgang Koydl: Ich habe in vielen Ländern gelebt, und in jedem davon schrieb ich schon kurz nach Beginn mal eine Geschichte über den Verkehr. Die Türken fahren wie verrückt, die Ägypter noch verrückter, die Amerikaner haben diesen Hang zum grossen Auto, und die Engländer fahren auf der falschen Strassenseite. Nach ein paar Monaten ist mir hier aber aufgefallen, dass es in der Schweiz nichts darüber zu schreiben gibt. Hier fahren die Leute Auto. Sie fahren nicht besonders schnell, sie fahren nicht besonders langsam, sie schlagen nicht über die Stränge, sie fahren Auto, langweilig. Hier ist Auto fahren gewissermassen wie atmen.

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