Veto gegen den Bikepark: Der Bund bremst Thömus aus

Köniz

Der Kanton sagte Ja, doch der Bund schritt mit einer Beschwerde ein: Ob Thomas Binggeli in Oberried seinen Bikepark bauen kann, ist wieder offen.

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Stephan Künzi

Die Kritik aus dem Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) tönt fundamental: Es könne doch nicht sein, dass die strengen Regeln, die für Bauten ausserhalb der Bauzonen gälten, mit einer Planung mir nichts, dir nichts ausgehebelt würden.

Ursprünglich hätte Velounternehmer Thomas Binggeli in diesen Wochen das Baugesuch für den Bikepark in Oberried bei Köniz einreichen wollen. Doch nun muss er warten, und er tut dies alles andere als freiwillig: Weil der Bund Beschwerde erhoben hat, sind die speziellen Vorschriften, die Binggeli für das Gebiet rund um den elterlichen Bauernhof ausgehandelt hat, noch immer nicht in Kraft.

Obwohl die Könizerinnen und Könizer dem Projekt vor anderthalb Jahren an der Urne mit einem Ja-Anteil von 61 Prozent zugestimmt haben. Und obwohl das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) das Vorhaben, mit dem Binggeli auch das bestehende, als Thömus Veloshop bekannte Geschäft legalisieren will, ebenfalls durchgewinkt hat.

Kulturland ist wichtiger

Mit seiner Beschwerde bringt das ARE das Geschäft nun vor die kantonale Justizdirektion, wie «Der Bund» berichtet. Für das Amt ist klar, dass die neuen Vorschriften das Gebiet in «eine unzulässige isolierte Kleinbauzone» verwandeln würden.

Es erinnert daran, dass von den heute bereits gut 2000 Quadratmetern Gewerbefläche nur 1000 Quadrater bewilligt sind. Mit der neuen Planung stünden Binggeli am Ende sogar 2500 Quadratmeter zur Verfügung – und damit, erklärt das Amt, könne man nicht mehr von einer massvollen, mit der heutigen Raumplanung kompatiblen Erweiterung reden.

Kurz: Das Amt weiss zwar sehr wohl um das Interesse, Binggelis Betrieb über die neuen Vorschriften auf eine sichere Basis zu stellen. Gleichzeitig stellt es aber fest: Die Grundsätze, wonach eine Siedlung konzentriert zu bauen und Kulturland zu schonen sei, liessen sich dadurch nicht einfach ausser Kraft setzen.

Binggeli ist offen

Bei einer solchen Argumentation spricht Gemeindepräsident Ueli Studer von «einem Rückschlag». Der SVP-Politiker erinnert daran, dass der Planung jahrelange Arbeiten und Abklärungen vorangegangen sind, daran auch, dass am Ende sogar der Natur- und der Landschaftsschutz den Vorschriften zugestimmt haben. Mit dem Ja des AGR habe die Gemeinde definitiv davon ausgehen können, dass sie auf dem rechten Weg sei. «Wir hatten keinen Hinweis darauf, dass das ARE die Sache anders sehen könnte.»

Binggeli zeigt sich seinerseits offen für Gespräche. Er sei zuversichtlich, sich mit dem Bund finden zu können. Inwieweit er allenfalls bereit zu Abstrichen wäre, sagt er noch nicht. Viel lieber streicht er hervor, dass die überbaute Fläche mit der neuen Planung kaum zunimmt. Und dass der angrenzende Bikepark «sehr grün wird – sollten wir ihn einmal zurückbauen wollen, würde das Areal zudem wieder zu Landwirtschaftsland».

Berner Zeitung

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