Very British im Bristol

Im neu umgebauten Hotel Bristol in Bern gibt es seit über 60 Jahren wieder ein öffentlich zugängliches Restaurant. Kulinarisch und architektonisch wähnt man sich in Grossbritannien.

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Seit 1912 wird an der Schauplatzgasse in Bern unter dem Namen Bristol ein Hotel geführt. In den Anfängen gab es ebenerdig auch ein Restaurant, das aber in den 1950er-Jahren verschwand. Jahrelang präsentierte sich das Bristol als ziemlich biederer und anonymer Hotelkasten mit einem wenig einladenden Eingang.

Vor wenigen Tagen – nach einer Umbauzeit von über einem Jahr – ist das Bristol neu eröffnet worden. Und es ist kaum wiederzuerkennen. Rechts des Haupteingangs, hinter einer Glasfront, befindet sich das Prunkstück des Hauses, die neue, öffentlich zugängliche Bar und Bristol-Lounge, die 80 Gästen bequem Platz bietet. Während der warmen Jahreszeit sollen zusätzliche Sitzplätze auf der Gasse zur Verfügung stehen.

Umbau für 18 Millionen

Das Haus wurde erst beim Umbau um diesen Raum erweitert, vormals befand sich hier die Herrenabteilung von Globus. Hauseigentümerin seit 1965 ist die Liegenschaften-Betrieb AG, eine Tochtergesellschaft des Migros-Genossenschafts-Bundes, zu dem auch die Globus-Gruppe gehört. Laut Sandro Giove, Leiter Asset-Management der Liegenschaften-Betrieb AG, wurden 18 Millionen Franken in den Umbau investiert.

Das Management des Hotels wurde der Swiss Design Collection AG übertragen. Inhaber dieses Unternehmens, das Hotels konzipiert und führt, sind bekannte Gesichter: Patrik Scherrer, langjähriger CEO des Kursaals Bern, sowie Luzius ­Kuchen, Berater für Hotellerie und Tourismus. Hotel-Bristol-Direktorin ist Janine Rüfenacht.

Porridge, Cheddar und Schafe

Das Hotel Bristol trägt das Englische nicht nur im Namen. Das Britische ist Programm. Mit ­Wolle ummantelte Tierfiguren wie Schafe und Ziegen stehen ­etwa in der Lounge und den Zimmergängen. Auf den Taschen an den Klappvelos für Hotelgäste prangen Wappen des Vereinigten Königreichs.

Auch die Kulinarik macht auf very British. Da gibts etwa Porridge und Cheddar zum Frühstück, ein Shepherd’s Pie zum Lunch, ein Plättli mit englischem Käse (zum Beispiel den Blauschimmelkäse Stilton) am Abend. Die kulinarischen Produkte, sagt Patrik Scherrer, ­kämen – nebst Direktimporten von der Insel – auch von regionalen Produzenten und Anbietern. Im Bristol werden Schweizer Spezialitäten mit britischen kombiniert.

Auf der Getränkekarte stehen diverse englische Biere und – ­typisch britisch – über ein Dutzend Tees. International präsentiert sich das Weinangebot im ­Offen- und Flaschenausschank. Die günstigste Rotweinflasche gibts für 41 Franken. Für einen toskanischen Ornellaia DOC 2014 müssen aber 490 Franken hingeblättert werden – fast so viel wie drei Tage übernachten in einem Einzelzimmer im neuen Hotel Bristol.

Fitness im 6. Stockwerk

100 Zimmer in vier Kategorien, einige Zimmer haben einen ­Balkon, bietet das Bristol. Neu ausgebaut wurde das oberste, sechste Stockwerk, mit vier grossen Luxury-Rooms und einem Fitnessraum mit diversen ­Ausdauer- und Kraftgeräten – und freier Sicht auf das Parlamentsgebäude. Die moosgrüne Farbe in den Zimmern mahnt hier an die Landschaft Irlands.

Besonders stolz sind die ­Betreiber des Hotels auf die ­Qualität der Zimmermöbel. «Die Boxspringbetten des Schweizer ­Labels Elite sind hochwertig und handgemacht», sagt Patrik Scherrer. Ein gutes Bett sei für den Hotelgast ebenso wichtig wie ein schnelles Internet. «Ruckus-WLAN» heisst das Zauberwort – für normale Computernutzer übersetzt: sehr schnelles Internet.

Berner Zeitung

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