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Verwaltungsrat von Bern-Belp ist erstaunt

Im Machtkampf um den Flughafen Bern-Belp setzt der Verwaltungsrat der Airport-Betreiberin Alpar AG auf Dialog. Auch wenn das Vorgehen der Skywork-Investoren missfällt, will er sich deren Pläne anhören.

cls
Die Berner Airline Skywork und die Flughafen-Betreiberin Alpar wollen näher zusammenarbeiten.
Die Berner Airline Skywork und die Flughafen-Betreiberin Alpar wollen näher zusammenarbeiten.
zvg
Der Berner Fluggesellschaft Skywork macht der anhaltend grosse Kostendruck zu schaffen. Die Airline will sparen und mehr Einnahmen generieren. Verwaltungsratspräsident Daniel Borer tritt Ende Januar 2013 in die zweite Reihe zurück.
Der Berner Fluggesellschaft Skywork macht der anhaltend grosse Kostendruck zu schaffen. Die Airline will sparen und mehr Einnahmen generieren. Verwaltungsratspräsident Daniel Borer tritt Ende Januar 2013 in die zweite Reihe zurück.
Urs Baumann
Die Borer-Gruppe greift im Dezember 2012 nach dem Flughafen. Die Berner Fluggesellschaft Skywork möchte den Flughafen im Belpmoos übernehmen.
Die Borer-Gruppe greift im Dezember 2012 nach dem Flughafen. Die Berner Fluggesellschaft Skywork möchte den Flughafen im Belpmoos übernehmen.
Urs Baumann
Die Gruppe Borer mit Daniel Borer, Sébastien Mérillat (beide Skywork) und Hans-Ulrich Müller (Credit Suisse, v.l.) krebste Mitte Dezember zurück. An der Medienkonferenz  demonstrierte das Trio Gesprächsbereitschaft.
Die Gruppe Borer mit Daniel Borer, Sébastien Mérillat (beide Skywork) und Hans-Ulrich Müller (Credit Suisse, v.l.) krebste Mitte Dezember zurück. An der Medienkonferenz demonstrierte das Trio Gesprächsbereitschaft.
Susanne Keller
Der Alpar-Verwaltungsrat prüft das Begehren der Borer-Gruppe, vorgezogene Neuwahlen abzuhalten. Im Bild Fritz Grossniklaus, Präsident des Verwaltungsrates.
Der Alpar-Verwaltungsrat prüft das Begehren der Borer-Gruppe, vorgezogene Neuwahlen abzuhalten. Im Bild Fritz Grossniklaus, Präsident des Verwaltungsrates.
Stefan Anderegg
Ein kleiner Kratzer im Lack: Anfang Dezember 2012 gibt Skywork bekannt, dass sie Kreta, Santorini, Mykonos, Zakynthos und Malta aus dem Sommerflugplan 2013 kippen. Die Konkurrentin auf dem Flughafen Belp, Helvetic Airways, hingegen baut aus. Zudem sei das Mitarbeiterklima bei der Berner Fluggesellschaft schlecht, monieren einige Mitarbeiter.
Ein kleiner Kratzer im Lack: Anfang Dezember 2012 gibt Skywork bekannt, dass sie Kreta, Santorini, Mykonos, Zakynthos und Malta aus dem Sommerflugplan 2013 kippen. Die Konkurrentin auf dem Flughafen Belp, Helvetic Airways, hingegen baut aus. Zudem sei das Mitarbeiterklima bei der Berner Fluggesellschaft schlecht, monieren einige Mitarbeiter.
zvg
Statt 26 fliegt Skywork im nächsten Sommer 36 Ziele an. Die Zahl der Passagiere kletterte 2012 auf 230'000 in diesem Jahr. 2013 will das Unternehmen gar an der 400'000er-Grenze kratzen. Nach dem Minus von 24 Millionen Franken im letzten Jahr soll das Defizit aber nur noch 10 Millionen betragen. 2013 sollen gar schwarze Zahlen möglich sein.
Statt 26 fliegt Skywork im nächsten Sommer 36 Ziele an. Die Zahl der Passagiere kletterte 2012 auf 230'000 in diesem Jahr. 2013 will das Unternehmen gar an der 400'000er-Grenze kratzen. Nach dem Minus von 24 Millionen Franken im letzten Jahr soll das Defizit aber nur noch 10 Millionen betragen. 2013 sollen gar schwarze Zahlen möglich sein.
Urs Baumann
Auch stösst eine Dornier 328 zur Flotte, die dann acht Maschinen umfassen wird.
Auch stösst eine Dornier 328 zur Flotte, die dann acht Maschinen umfassen wird.
Urs Baumann
Der Ausbau geht weiter: Beat Iseli (Aaretal-Reisen, links) und Daniel Borer (Skywork) geben ihren Zusammenschluss bekannt. Seit Ende August 2011 gehört die Münsinger Firma zu 100 Prozent der Berner Fluggesellschaft Skywork. Der Gründer des Münsinger Reiseveranstalters Aaretal-Reisen, Beat Iseli, trat im März dieses Jahres als Geschäftsführer zurück.
Der Ausbau geht weiter: Beat Iseli (Aaretal-Reisen, links) und Daniel Borer (Skywork) geben ihren Zusammenschluss bekannt. Seit Ende August 2011 gehört die Münsinger Firma zu 100 Prozent der Berner Fluggesellschaft Skywork. Der Gründer des Münsinger Reiseveranstalters Aaretal-Reisen, Beat Iseli, trat im März dieses Jahres als Geschäftsführer zurück.
Telebärn
Im Oktober 2011, also etliche Millionen und neue Flugzeuge später, feiern Tomislav Lang (CEO Skywork Airlines), Sébastien Mérillat (Verwaltungsrats-Präsident Skywork Travel) und Daniel Borer (Präsident des Verwaltungsrats) den ersten Geburtstag.
Im Oktober 2011, also etliche Millionen und neue Flugzeuge später, feiern Tomislav Lang (CEO Skywork Airlines), Sébastien Mérillat (Verwaltungsrats-Präsident Skywork Travel) und Daniel Borer (Präsident des Verwaltungsrats) den ersten Geburtstag.
Stefan Anderegg
Skywork-Chef Tomislav Lang setzt auf neue Destinationen und auf eine grössere Flotte. So viele Destinationen wie die  Skywork Airlines hat von Bern-Belp aus noch keine andere Fluggesellschaft angeflogen.
Skywork-Chef Tomislav Lang setzt auf neue Destinationen und auf eine grössere Flotte. So viele Destinationen wie die Skywork Airlines hat von Bern-Belp aus noch keine andere Fluggesellschaft angeflogen.
Christian Pfander
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Eine gemeinsame Arbeitsgruppe werde sich mit möglichen Zukunftsszenarien befassen, teilte die Alpar am Mittwoch mit. Erst danach werde der Verwaltungsrat über das weitere Vorgehen entscheiden - voraussichtlich an der Sitzung vom Januar.

Die Investorengruppe mit Skywork-Geldgeber Daniel Borer, dem langjährigen Rehau-Finanzchef Alfred Siegenthaler und dem CS-Banker Hans-Ulrich Müller hatte an der Alpar-Verwaltungsratssitzung vom Dienstag verlangt, eine ausserordentliche Generalversammlung einzuberufen und vorgezogene Neuwahlen abzuhalten.

Gemäss Medienberichten wollen die Investoren den Flughafen unter ihren Einfluss bringen. Ziel ist offenbar, der rasch wachsenden Fluggesellschaft Skywork bessere Rahmenbedingungen in Bern-Belp zu verschaffen. Näheres will Daniel Borer am Nachmittag vor den Medien bekanntgeben.

Arbeitsgruppe am Werk

Alpar-Verwaltungsratspräsident Fritz Grossniklaus äusserte am Mittwoch Verständnis für die Anliegen von Skywork. Der Flughafen nehme die Bedürfnisse seines Homebase Carriers ernst, versicherte er im Gespräch mit der Nachrichtenagentur sda.

«Doch uns ist noch zu wenig bekannt, was die Investorengruppe genau will», sagte Grossniklaus. Deshalb habe man eine gemeinsame Arbeitsgruppe einberufen, der von Seiten der Alpar vier Vertreter angehören werden.

In dieser Arbeitsgruppe sollen die Investoren ihre Ideen für die Entwicklung des Flughafens darlegen. Konkret geht es um Verbesserungen in den betrieblichen Abläufen, um die grundsätzliche Strategie, um das Geschäftsfeld ausserhalb des Luftverkehrs und um die künftige personelle Besetzung des Alpar-Verwaltungsrats.

Einnahmequellen neben dem Fluggeschäft

In den Zeitungen wurden in den letzten Tagen diverse Spekulationen über die Ideen der Investoren angestellt. So war die Rede von einem Einkaufszentrum in Bern-Belp, das die wirtschaftliche Situation des Flughafens verbessern solle.

Im Alpar-Communiqué heisst es dazu, die Flughafenbetreiberin bearbeite schon heute «die Möglichkeit, insbesondere auch im Bereich Non-Aviation zu wachsen und durch attraktivere Infrastrukturangebote vom volatilen Fluggeschäft unabhängiger zu werden».

Der Alpar-Verwaltungsrat betont im Communiqué grundsätzlich seine Dialogbereitschaft mit der Investorengruppe. Er erinnert aber auch daran, dass der Flughafen noch andere Partner und Anspruchsgruppen habe - zum Beispiel die Helvetic Airways, die General Aviation, die Flugschulen, den Lufttransportdienst des Bundes und die Rega.

Kritik am Vorgehen

Kritik äussert der Verwaltungsrat am «verdeckten Vorgehen» der Investorengruppe. Das habe ihn «erstaunt», heisst es im Communiqué. Präsident Grossniklaus wies auf Anfrage darauf hin, dass die Investorengruppe zunächst manche Aktionäre und auch mehrere Verwaltungsratsmitglieder über ihre Pläne informiert habe.

Der Antrag auf Einberufung einer ausserordentlichen Generalversammlung sei dann quasi aus dem Nichts gekommen. «Man hätte auch das Gespräch mit den Verantwortlichen suchen und allfällige Probleme direkt besprechen können», sagte Grossniklaus.

(SDA)

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