Verschlafen – Ausweis weg

Bern/Freiburg

Eine Frau wollte Zeit aufholen und hat auf der Autobahn gedrängelt. Die Kantonspolizei Bern hat sie dabei erwischt.

Einer Autolenkerin ging es zu langsam vorwärts. Ihr Drängeln kommt sie nun teuer zu stehen. <br><i>(Symbolbild/iStock)</i>

Einer Autolenkerin ging es zu langsam vorwärts. Ihr Drängeln kommt sie nun teuer zu stehen.
(Symbolbild/iStock)

Hans Ulrich Schaad

Es war ein Morgen zum Vergessen für eine Freiburgerin. Sie war knapp dran und wollte Zeit gutmachen. So drückte sie an diesem Aprilmorgen kurz vor sieben Uhr auf der Autobahn zwischen Mühleberg und Brünnen aufs Gaspedal und schloss nahe auf das Vorderfahrzeug auf, zu nahe. Dabei wurde sie von einer Patrouille der Kantonspolizei Bern beobachtet. Diese zeichnete die Fahrt auf und mass einen Abstand von 0,56 Sekunden über eine Strecke von 600 Metern.

Kurz darauf hielt die Polizei die Lenkerin an. Sie habe verschlafen und sei in Eile gewesen, gab die Frau an. Sie sei sich bewusst gewesen, dass sie zu nahe aufgefahren sei. Aufgrund des Rapports stellte die Staatsanwaltschaft einen Strafbefehl aus: eine Busse von 500 Franken für eine einfache Verkehrsregelverletzung.

Das Strassenverkehrsamt Freiburg qualifizierte das Drängeln als schwere Verletzung und entzog der Automobilistin den Ausweis für drei Monate. Gegen diese Verfügung legte die Frau beim Freiburger Kantonsgericht eine Beschwerde ein. Sie wies auf ihren guten Leumund hin und darauf, dass sie aus beruflichen und privaten Gründen den Ausweis benötige. Dieser dürfe ihr nur für einen Monat entzogen werden. Die Staatsanwaltschaft habe schliesslich auf eine leichte Verletzung geschlossen.

Das Kantonsgericht hat diese Beschwerde abgewiesen. Es macht klar, dass die Straf- und die Administrativbehörden vom gleichen Sachverhalt ausgehen, diesen jedoch unterschiedlich würdigen. Daran sei nichts auszusetzen, betont das Gericht. Gemäss Praxis des Bundesgerichts sei es eine grobe Verkehrsregelverletzung, wenn der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug wie im vorliegenden Fall 0,56 Sekunden betrage. Und entlastende Umstände würden nicht vorliegen. Die gesetzliche Mindestdauer des Ausweisentzugs betrage bei einer groben Widerhandlung drei Monate. Dazu kommen nun noch Gerichtskosten von 600 Franken.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Berner Zeitung

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