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Vermummte greifen Berner Polizeiwache an

In der Nacht auf Samstag haben Unbekannte in Bern die Polizeiwache Waisenhaus angegriffen und hohen Schaden verursacht. Einsatzkräfte wurden gezielt mit Wurfgegenständen angegriffen – ein Polizist wurde dabei verletzt.

Spuren des Angriffs: Farbflecken am Berner Amthaus an der Hodlerstrasse 7.
Spuren des Angriffs: Farbflecken am Berner Amthaus an der Hodlerstrasse 7.
Thomas Hagspihl
«Die Angriffe auf die Polizeiwache am Waisenhausplatz erfüllen die Terrorismus-Definition der EU»: Das sagt Rolf P. Steinegger, Berner Anwalt vom Verband Schweizerischer Polizeibeamter, Sektion Stadt Bern.
«Die Angriffe auf die Polizeiwache am Waisenhausplatz erfüllen die Terrorismus-Definition der EU»: Das sagt Rolf P. Steinegger, Berner Anwalt vom Verband Schweizerischer Polizeibeamter, Sektion Stadt Bern.
zvg
Polizisten wurden mit Flaschen beworfen. Einer wurde dadurch verletzt.
Polizisten wurden mit Flaschen beworfen. Einer wurde dadurch verletzt.
Thomas Hagspihl
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Freitagnacht, kurz nach 00.40 Uhr, Stadt Bern: Eine grössere Gruppe teils vermummter Personen näherte sich aus Richtung Vorplatz Reitschule der Polizeiwache Waisenhaus und verübte im Bereich Waisenhausplatz/Hodlerstrasse massive Sachbeschädigungen.

Die unbekannte Täterschaft warf Farbbehälter gegen die Fassade der Polizeiliegenschaften und verschmierte den Aussenbereich mittels Sprayereien. Auf gekennzeichneten Aussenparkplätzen der Polizei wurden sieben abgestellte Zivilfahrzeuge demoliert. Bei den Fahrzeugen wurden unter anderem Heck- und Seitenscheiben eingeschlagen sowie Farbschmierereien angebracht.

Ebenfalls von Sachbeschädigungen betroffen ist das Regionalgefängnis an der Hodlerstrasse sowie das Amthaus. Gemäss einer Medienmitteilung der Kantonspolizei Bern von Samstagmorgen kann der Sachschaden noch nicht genau beziffert werden.

Flaschen und Gummischrot

Nach den verübten Sachbeschädigungen attackierte die Täterschaft im Bereich Bollwerk auch anrückende Einsatzkräfte. Die Polizisten wurden mit Flaschen, Gläsern, Feuerwerkskörpern und weiteren Wurfgeschossen beworfen. Die Polizei setzte zum Eigenschutz gemäss eigenen Angaben gezielt Gummischrot ein, woraufhin sich die Angreifer in Richtung Reitschule zurückzogen. Um unbeteiligte Dritte auf dem Vorplatz nicht zu gefährden, sah die Polizei von einer grösseren Intervention ab. Soweit die Schilderung der Ereignisse aus polizeilicher Sicht.

Ein Polizist wurde durch einen Flaschenwurf verletzt. Er musste sich ins Spital begeben. Er konnte dieses nach erfolgter ärztlicher Versorgung wieder verlassen. An einem Patrouillenfahrzeug entstand zudem erheblicher Schaden.

Um 2 Uhr in der Früh meldete sich die anonyme Täterschaft auf dem Internetportal Indymedia zu Wort. «Mit Farbe, Sprays und kaputten Scheiben haben wir unsere Wut gegen dieses kranke System ausgedrückt», schreiben die Täter unter dem Pseudonym «für die Anarchie». «Aufgrund rassistischer Vorurteile verhaften und erniedrigen die Marionetten der Staatsgewalt Tag für Tag People of Color», heisst es im Text.

Polizeiverband fordert politische Konsequenzen

Der Verband Schweizerischer Polizei-Beamter (VSPB) verurteilt die Angriffe in einer Medienmitteilung vom Samstagabend aufs Schärfste und fordert politische Konsequenzen: «Zum wiederholten Mal hat sich gezeigt, dass die Reitschule einfach nicht Herr über ihr Sicherheitsproblem wird», lässt sich VSPB-Generalsekretär Max Hofmann im Communiqué zitieren.

«Es ist eine Schande und politisch nicht mehr vertretbar, dass die Polizistinnen und Polizisten immer wieder vom Umfeld der Reitschule angegriffen werden und nichts passiert!», so Hofmann weiter.

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