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Verlustreiches EWB-Engagement sorgt für Kritik im Stadtrat

Wegen des Konkurses der Solarfirma Solar Industries muss die Stadt Bern 7,3 Millionen Franken abschreiben. Der städtische Energieversorger EWB dürfe keine derartigen Risiken mehr eingehen, forderten mehrere Stadträte.

Anfang 2011 präsentierten Verwaltungsratspräsident Rolf Wägli, Finanzchef Thomas Cadonau und Produktmanager Darren Simpson (von links) das erste von Solar Industries hergestellte Solarmodul (Archivbild).
Anfang 2011 präsentierten Verwaltungsratspräsident Rolf Wägli, Finanzchef Thomas Cadonau und Produktmanager Darren Simpson (von links) das erste von Solar Industries hergestellte Solarmodul (Archivbild).
zvg
Solarpionier Rolf Wägli soll Millionen verspekuliert haben und muss sich nun vor Gericht verantworten.
Solarpionier Rolf Wägli soll Millionen verspekuliert haben und muss sich nun vor Gericht verantworten.
zvg
So hätte die Solarfabrik in Langenthal aussehen sollen.
So hätte die Solarfabrik in Langenthal aussehen sollen.
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Wegen des Konkurses einer Solarfirma muss die Stadt Bern 7,3 Millionen Franken abschreiben. Der städtische Energieversorger EWB dürfe keine derartigen Risiken mehr eingehen, mahnten am Donnerstag im Berner Stadtrat Sprecher von links bis rechts.

Der Rat diskutierte einen Vorstoss des PDA-Vertreters Rolf Zbinden. Dieser sprach von einem «Skandal»: Da seien Millionen Volksvermögen in den Sand gesetzt worden.

Es geht um die Firma Solar Industries, an welcher EWB direkt und die städtische Personalvorsorgekasse indirekt beteiligt waren. Das Projekt einer Fabrik für Solarmodule endete in einem Finanzdebakel, gegen den damaligen Verwaltungsratspräsidenten läuft eine Strafuntersuchung.

EWB-Verantwortliche sollen geradestehen

Der Energieversorger EWB musste rund 5 Millionen Franken abschreiben, die städtische Pensionskasse verlor 2,3 Millionen Franken. Interpellant Zbinden forderte, dass die Verantwortlichen bei EWB dafür geradestehen sollen.

Kritik kam auch von den Fraktionen GFL/EVP und FDP. Die Anstalt ewb habe von der Stadt einen Versorgungsauftrag, «nicht einen Spekulationsauftrag», unterstrich Matthias Stürmer (EVP). Es gehe nicht an, mit risikoreichen Beteiligungen Steuergelder aufs Spiel zu setzen.

Die FDP forderte ein verbessertes Risikomanagement bei EWB. Die Energiewende dürfe nicht «auf Biegen und Brechen» durchgesetzt werden, sagte FDP-Sprecher Bernhard Eicher.

Lehren gezogen

Die SP bedauerte ebenfalls den Rückschlag, relativierte aber die genannten Risiken. Es sei wichtig, dass ewb die Energiewende nicht verschlafe und in den neuen Geschäftsfeldern mitmache, befand SP-Sprecher Martin Krebs.

Die Gemeinderäte Reto Nause (CVP) und Alexandre Schmidt (FDP) versicherten dem Stadtrat, es seien Lehren aus dem Verlustgeschäft gezogen worden. Der Gemeinderat stehe «voll und ganz» hinter der EWB-Leitung, sagte Nause.

SDA/js

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