Verbotene Infrarot-Heizung muss wieder raus

Eine Bauherrin in Köniz hat bei einem Umbau eine neue Infrarot-Heizung installieren lassen. Diese muss sie wieder entfernen. Solche Elektroheizungen sind im ­Kanton Bern verboten, auch wenn der Strom vom eigenen Dach kommt.

Das Bundesgericht gibt der Vorinstanz recht und verbietet die Installation einer Infrarot-Heizung in Köniz.

Das Bundesgericht gibt der Vorinstanz recht und verbietet die Installation einer Infrarot-Heizung in Köniz.

(Bild: Keystone)

Hans Ulrich Schaad

Das wird teuer. In der Beschwerde vor dem Bundesgericht ist eine Grössenordnung von mehreren Zehntausend Franken erwähnt. Doch die Bundesrichter haben kein Gehör dafür. Sie weisen eine Beschwerde von drei Frauen aus Köniz ab und bestätigen einen Entscheid des Berner Verwaltungsgerichts: Die bei einem Umbau vor gut drei Jahren installierte Infrarot(IR)-Heizung muss wieder ausgebaut werden.

Solche sogenannten ortsfesten elektrischen Widerstandsheizungen sind gemäss kantonalem Recht verboten. Und daran gibt es nichts zu rütteln, egal, woher die Energie kommt, und egal, wie teuer der Rückbau wird. Auch mit Blick auf die Rechtsgleichheit ­erachtet das Bundesgericht den Ausbau als verhältnismässig.

Die Ölheizung ersetzt

Die Geschichte begann vor viereinhalb Jahren, als eine Frau ein Gesuch für die Aufstockung des Dachgeschosses ihres Einfamilienhauses und den Bau eines Wintergartens einreichte. Im August 2013 bewilligte die Gemeinde den Umbau. Die Überraschung folgte zwei Jahre später, als der Leiter der Fachstelle Umweltschutz der Gemeinde Köniz feststellte, dass die Ölheizung durch eine Infrarot-Heizung und der Elektroboiler durch einen neuen ersetzt worden waren – entgegen dem Baugesuch. Deshalb erliess die Gemeinde eine Wiederherstellungsverfügung.

Dagegen ging die Bauherrin – sie hatte die Liegenschaft unter­dessen auf ihre beiden Töchter übertragen – juristisch vor. Sie argumentierte, dass das Bundesrecht ihr den Anspruch verleihe, den mit einer Fotovoltaikanlage produzierten Strom ohne Einschränkungen zu nutzen, auch für den Betrieb einer IR-Heizung. Dieses Recht gehe dem kantonalen Gesetz vor.

Seit 2012 verboten

Das Bundesgericht räumt ein, dass der Strom aus Fotovoltaikanlagen nicht ins Netz eingespeist werden müsse. Der Bund habe aber die Zuständigkeit an die Kantone delegiert, Vorschriften über Heizsysteme zu erlassen. Der Kanton Bern hat solche IR-Heizungen verboten, das Gesetz ist seit 2012 in Kraft.

Diese Art der Wärmeerzeugung entspreche «nicht dem Stand der modernen Technik», der Energieverbrauch sei gemäss einer unabhängigen Studie höher als etwa bei einer Wärmepumpe, ist in einem Informationsschreiben des Amts für Umweltkoordination und Energie nachzulesen. Die Frau hat nun bis zum 1. November Zeit, die Infrarot-Heizung wieder zu entfernen.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt