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Veraltete Adressen führen in die Irre

Einheitliche Strassennamen und eine einheitliche Nummerierung: Rüschegg muss bis zum Winter eine Vorlage ausarbeiten, die dem Durcheinander in den althergebrachten Adressen ein Ende bereitet.

In Rüschegg sollen die Adressen und Hausnummern vereinheitlicht werden.
In Rüschegg sollen die Adressen und Hausnummern vereinheitlicht werden.
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Wenn die Adresse wechselt, sind die Emotionen meist nicht weit. Diese Erfahrung machte schon vor über zwanzig Jahren die Gemeinde Gerzensee, als sie die althergebrachten Flurnamen durch moderne Strassennamen ersetzte und gleichzeitig das Durcheinander bei den Hausnummern beseitigte.

Denn die hatten sich zuvor nicht, wie es ei­gentlich logisch wäre, in auf- oder absteigender Folge am Verlauf der Strassen und Wege orientiert. Sondern an der historisch gewachsenen und von der kantonalen Gebäudeversicherung so festgelegten Reihenfolge.

In Rüschegg ist diese traditionelle Art der Hausnummerierung noch heute die Realität. So kann es sein, dass neben der 623 die 469 oder gegenüber der 501 die 905 steht. Die Nummer 498 gibt es gleich mehrfach als 498 a bis 498 x – doch das soll nun anders werden.

So hat es die Gemeindeversammlung knapp mit 16 gegen 15 Stimmen beschlossen und die Behörden be­auftragt, bis zum Winter eine Vorlage auszuarbeiten, die zwar die erwünschte neue Ordnung schafft, dabei die alten Flurnamen aber angemessen berücksichtigt.

Wie rasch die Emotionen hochkommen, zeigte sich auch bei dieser ersten kurzen Debatte in der Rüschegger Gemeindeversammlung. Angestossen wurde sie aus der Mitte der Versammlung, als sich ein Votant darüber beklagte, dass seine Adresse bereits mehrfach gewechselt habe.

Er hatte die Abstimmung zum Thema überhaupt erst verlangt – und wurde tatkräftig unterstützt: Private Kuriere, monierte ein zweiter, die mit Paketen zu seiner Adresse unterwegs seien, würden oft vom Navi in die Irre geführt, ganz woanders hingeleitet.

Warnung vor hohen Kosten

Der Gemeinderat wies vergeblich auf die Erfahrungen in anderen Gemeinden wie eben Gerzensee hin, darauf hin also, dass neue Adressen bei den Betroffenen regelmässig auf Widerstand stossen. Auch das Argument der Kosten für Arbeit und Beschilderung verfing nicht – obwohl diese kaum auf unter 100'000 Franken zu stehen kommen werden.

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