Velobrücke wird konkret

Bern

Der Berner Stadtrat hat den Kredit für die Ausarbeitung eines konkreten Projekts für die Velobrücke genehmigt. Anträge, das Volk bereits über diesen Kredit abstimmen zu lassen, wurden abgelehnt.

Aus dem gelben Band soll ein konkretes Bauprojekt werden, das den Breitenrain (links) mit der Länggasse verbindet.

Aus dem gelben Band soll ein konkretes Bauprojekt werden, das den Breitenrain (links) mit der Länggasse verbindet.

(Bild: zvg)

Christoph Hämmann

Über die Velobrücke ist schon viel gestritten worden. Dabei hat noch immer niemand eine Vorstellung davon, wie diese Verbindung von Breitenrain und Länggasse dereinst aussehen könnte. Um dies zu klären, debattierte der Stadtrat am Donnerstag über die Erhöhung des Planungs- und Projektierungskredits von 560'000 auf 1,95 Millionen Franken.

Mit dem zusätzlichen Geld soll in einem Wettbewerb ein konkretes Brückenbauwerk ermittelt werden. Dabei solle der Planungsperimeter gegenüber der bisherigen «Bestvariante» leicht erweitert werden, verlangte eine Mehrheit der vorberatenden Kommission. Damit verknüpft sollen nur Projekte zugelassen werden, bei denen nicht gegen den Willen der Eigentümer eine Liegenschaft abgerissen werden müsste. Und: Nach Abschluss dieser Phase solle der nächste Kredit – jener für die Aus­arbeitung eines Vorprojekts – dem Volk zur Abstimmung vorgelegt werden.

«Das wird der richtige Zeitpunkt für einen Grundsatzentscheid sein», sagte GLP-Sprecherin Melanie Mettler. Schliesslich sei das Projekt tatsächlich umstritten. Das Volk bereits zum vorliegenden Planungskredit zu befragen, sei aber zu früh.

Die Gegner der Velobrücke dagegen verlangen genau dies. «Wenn im vorliegenden Antrag alle Projektierungskosten berücksichtigt wären, würden diese mehr als zwei Millionen betragen», sagte Jacqueline Gafner (FDP). Weil über dieser Schwelle das fakultative Referendum ergriffen werden könnte, sei das Vorgehen des Gemeinderats «nicht im Sinne einer demokratischen Entscheidungsfindung».

Die Ratsmehrheit sah dies aber anders. Gegen die Stimmen von SVP, FDP und Teilen der BDP/CVP-Fraktion wurden sämtliche Anträge abgelehnt, die auf eine möglichst baldige Volksabstimmung drängten.

Ansonsten trugen die Parteien ihre bekannten Positionen vor. Die Brücke sei ein rot-grünes Prestigeprojekt, kritisierten die Gegner, überteuert und unnötig. Die Befürworter hielten dagegen, dass der Kanton bereits 2004 die Brücke in den Sachplan Veloverkehr aufgenommen habe. Ihre Kosten seien verglichen mit Projekten für die Autoinfrastruktur bescheiden.

Die Anträge, den Perimeter für den Wettbewerb zu erweitern und den nächsten Kredit dem Volk vorzulegen, wurden angenommen. Falls die Brücke diese und alle weiteren Hürden nehmen wird – die letzte voraussichtlich im Jahr 2020 –, soll ihr Bau 2023 beginnen.

Berner Zeitung

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