Vandalen zerstören Anti-Rassismus-Skulptur

Bern

Beim ersten Mal versprayt, nun komplett beschädigt: Das grosse «X», das im Rahmen der Aktionswoche gegen Rassismus auf dem Berner Bahnhofplatz aufgestellt wurde, ist nicht mehr.

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Martin Bürki@tinubuerki27

Sie ist auffällig, die Skulptur, die vor dem Berner Bahnhof auf die Rassismus-Problematik aufmerksam machen soll. Oder besser gesagt: Sie war auffällig. Denn das grosse «X», das auf zwei Betonsockeln bei der Heiliggeistkirche stand, wurde am Mittwochabend von Unbekannten zerstört.

Noch keine Woche ist es her, dass die Skulptur zum ersten Mal Vandalen zum Opfer gefallen war: Damals wurde sie versprayt, nun also gingen die Täter noch eine Stufe weiter. «Wer macht so etwas?», habe sich Itziar Marañon gefragt, als sie von der Schandtat erfahren habe. Sie ist als Projektleiterin beim städtischen Kompetenzzentrum für Integration für die Aktionswoche gegen Rassismus zuständig, die vom 20. bis 27. März im Raum Bern stattfindet.

Laufendes Verfahren

Die Skulptur befindet sich mittlerweile zu Ermittlungszwecken bei der Polizei, die Projektverantwortlichen haben Anzeige erstattet. Ob es sich um einen gezielten Sabotageakt gegen die Aktionswoche oder um zusammenhangslosen Vandalismus handelt, müssten die Ermittlungen zeigen, findet Itziar Marañon. Allerdings wurden auch schon Plakate zerstört, etwa in der Länggasse und in der Lorraine.

«Diese Taten zeigen, dass es wichtig ist, über das Thema Rassismus zu sprechen. Wir lassen uns nicht bremsen», gibt sich die gebürtige Baskin kämpferisch. Und so ruft sie nun dazu auf, selbst ein Zeichen zu setzen: Die Betonsockel bleiben stehen, so dass die Leute das «X» selber darstellen, fotografisch festhalten und teilen können.

«Ich kann mir auch vorstellen, die beschädigte Skulptur in unserem Schaufenster an der Effingerstrasse aufzustellen», sagt Itziar Marañon, als Symbol, wie notwendig der Kampf gegen Rassismus in der heutigen Gesellschaft nach wie vor ist.

Letztes Jahr ging alles gut

Dass die Organisatoren den Rassismus in dieser Form zu spüren bekommen, ist neu: «Wir hatten schon letztes Jahr Bedenken, die Skulptur an einem so öffentlichen Platz aufzustellen. Damals ist aber nichts passiert.» Vielleicht sei die Kampagne mit den grellen gelben Plakaten in diesem Jahr sichtbarer, auffälliger.

Die Vandalenakte hätten aber auch etwas Positives: «Auf unsere Facebook-Posts haben wir viele positive Reaktionen, viel Zuspruch erhalten», sagt Itziar Marañon. «Es gibt viel mehr Leute, die sich gegen Rassismus engagieren, als man vielleicht denkt.»

Mehr Informationen zur Aktionswoche gegen Rassismus auf der Homepage der Stadt Bern.

Bernerzeitung.ch/Newsnetz

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