Ursula Wyss baut Brücken

Bern

106 Massnahmen sollen das Stadtberner Fusswegnetz in den nächsten 10 bis 15 Jahren sicherer und attraktiver machen.

Unter anderem unterhalb der Monbijoubrücke soll ein neuer Aaresteg entstehen (Archivbild/Urs Baumann).

Unter anderem unterhalb der Monbijoubrücke soll ein neuer Aaresteg entstehen (Archivbild/Urs Baumann).

(Bild: Adrian Moser)

Christoph Hämmann

Mehr Sicherheit auf attraktiveren Fusswegen und Plätzen: Dies ist kurz das Anliegen des neuen Richtplans Fussverkehr der Stadt Bern, den der Gemeinderat dem Kanton zur Vorprüfung unterbreitet hat. Der Fussverkehr bilde zusammen mit dem Velo- und dem öffentlichen Verkehr die Grundpfeiler einer stadtverträglichen Mobilität, schrieb der Gemeinderat am Montag in seiner Mitteilung.

Der neue Richtplan, der den bestehenden aus dem Jahr 1999 ersetzen soll, sei «stärker darauf ausgerichtet, dass auch Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen von einem lückenlosen und sicheren Fusswegnetz profitieren können». Dazu gehört das Bekenntnis, dass Fuss- und Veloverkehr grundsätzlich baulich getrennt werden sollen.

Der Plan enthält 106 Massnahmen, mit denen die Situation für den Fussverkehr verbessert werden soll. Acht davon wurden als sogenannte Schlüsselmassnahmen bezeichnet.

Acht Leuchttürme

Diese acht Massnahmen mit «Leuchtturmcharakter» finden sich über die ganze Stadt verteilt. Das sei kein Zufall, sagt der städtische Verkehrsplaner Karl Vogel. «Wir wollten allen sechs Stadtteilen mindestens eine Schlüsselmassnahme zuordnen und haben diese in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Quartierorganisationen definiert.» Jede der Massnahmen brächte dem jeweiligen Stadtteil eine starke Verbesserung, ist Vogel überzeugt.

«Wir wollten allen sechs Stadtteilen mindestens eine Schlüsselmassnahme zuordnen.»Karl Vogel, Verkehrsplaner Stadt Bern

Zur Schlüsselmassnahme zusammengefasst wurden mehrere Projekte unter dem Titel «fussgängerfreundliche Innenstadt». Präziser klingen die sieben anderen: Aarezugänge Länggasse, Fusswegverbindung Gaswerkareal, Neugestaltung Helvetiaplatz, Verbindung Botanischer Garten–Rosengarten, Fuss- und Veloverbindung Europaplatz–Weyermannshaus Ost–Murtenstrasse, Attraktivierung Fussweg Fellergut–Bümpliz Nord–Tscharnergut sowie Fuss- und Velobrücke Breitenrain–Länggasse.

Sieben neue Aarestege

Verbesserte Aarezugänge sind nicht nur für die Länggasse ein Thema, wo insbesondere mit Blick auf die geplante Überbauung Vierer- und Mittelfeld ein neuer, hindernisfreier Fussweg in den Aareraum geschaffen werden soll. «Die bessere Erreichbarkeit der Aare sowie zusätzliche Möglichkeiten, sie zu überqueren, sind weit verbreitete Anliegen», so Vogel.

Tatsächlich sieht der Richtplan ganze sieben neue Aarestege vor, wenn auch in zweiter Priorität, was laut Verkehrsplaner Karl Vogel einen Realisierungshorizont von 10 bis 15 Jahren bedeutet. Geplant sind Stege auf Aareniveau an folgenden Stellen: Matte-Bärenpark, Steg auf Höhe Lorrainebad, Worb­laufensteg unterhalb der RBS-Station Worblaufen, Eichholz-Elfenau, Matte-Schwellenmätteli inklusive Liftprojekt Kirchenfeldbrücke, Aaresteg unter der Monbijoubrücke inklusive Liftprojekt Monbijoubrücke am Brückenkopf Dalmaziquai, Steg zwischen Wylergut und Aaregg.

Zum Richtplan hat eine öffentliche Mitwirkung stattgefunden. Nach der Vorprüfung durch den Kanton will der Gemeinderat ihn nächstes Jahr formell beschliessen und vom Kanton genehmigen lassen.

Berner Zeitung

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