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Unwetter verursachte Millionenschäden

Der Aarepegel in Bern ist seit Sonntagabend kontinuierlich zurückgegangen. Die Feuerwehr bauen die Schutzmassnahmen ab. Bei der Gebäudeversicherung sind bereits 100 Schadenmeldungen eingegangen.

Auf dem Läuferplatz haben Feuerwehr, Sanität und Polizei einen Infostand eingerichtet.
Auf dem Läuferplatz haben Feuerwehr, Sanität und Polizei einen Infostand eingerichtet.
Jürg Spori
Auch das Militär ist im Einsatz.
Auch das Militär ist im Einsatz.
Lukas Blatter
Die Lage dürfte weiterhin bedrohlich bleiben, weil bereits für Samstagnacht erneute Regenschauer prognostiziert sind.
Die Lage dürfte weiterhin bedrohlich bleiben, weil bereits für Samstagnacht erneute Regenschauer prognostiziert sind.
Thomas Hagspihl
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«Zum Glück fielen die Niederschläge am Sonntagnachmittag sowie in der Nacht auf Montag weniger intensiv aus, als erwartet», sagt Franz Märki, Sprecher der Berufsfeuerwehr Bern, am Montagmorgen auf Anfrage. Der Pegel der Aare in Bern sei seit Sonntagabend kontinuierlich zurückgegangen, am Montagmorgen jedoch wieder leicht angestiegen. «Worauf dies zurückzuführen ist, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Scheinbar hat das Kantonale Amt für Wasser und Abfall AWA entschieden, etwas mehr Wasser aus dem Thunersee abfliessen zu lassen.»

Im Berner Mattequartier, wo die Feuerwehr am Samstag Wassersperren eingerichtet hat, flossen am Montagmorgen rund 390 Kubikmeter Wasser pro Sekunde die Aare hinunter. «Der Pegel dürfte die ganze Woche hoch bleiben», schätzt Märki, im Bereich von 360 bis 380 Kubikmetern. Die Schadensgrenze von 420 Kubikmetern werde aber nicht mehr erreicht. Zum Vergleich: In den Sommermonaten fliessen üblicherweise 100 bis 180 Kubikmeter.

Die Feuerwehr beginnt mit Unterstützung der Armee am Montagnachmittag bereits mit dem Abbau der Wassersperren und Schutzwände. Diese Arbeiten werden voraussichtlich bis Mittwoch dauern. Parallel zu den Rückbauten hat die Feuerwehr damit begonnen, gefährliche Hindernisse wie verkeilte Äste und Bäume aus der Aare zu entfernen. Sie ruft Schwimmer und Bootsfahrer auf, die Aare in den kommenden Tagen zu meiden.

Ausserdem kontrollieren Mitarbeiter des städtischen Tiefbauamtes die Uferwege. Sofern diese nicht beschädigt sind, werden sie nach und nach wieder freigegeben. Die Feuerwehr behält die Wasserstände genau im Auge. Märki sieht zwei potenzielle Gefahrenherde: Den Pegel des Thunersees und die Schneeschmelze. «Je nach dem, wie schnell und intensiv die Hitze wieder einsetzt.»

Gemäss Märki sind nach wie vor keine Schäden bekannt. «In einige exponierte Keller ist Grundwasser eingedrungen. Wir hatten aber bereits letzten Dienstag vor dieser Gefahr gewarnt. Dementsprechend gehe ich davon aus, dass die betroffenen Personen Vorsorge getroffen haben.»

Bei der Gebäudeversicherung Bern (GVB) gingen bis Montagmittag rund 100 Schadenmeldungen ein, die meisten wegen mit Wasser gefüllter Keller. «Wir erwarten insgesamt 200 bis 300 Schadenmeldungen. Aufgrund der Erfahrung gehen wir davon aus, dass sich die Schadensumme auf 4 Millionen Franken belaufen wird», schreibt die GVB auf Anfrage.

«Es war eine anstrengende Woche»

Auch beim kantonalen Amt für Wasser und Abfall (AWA) rechnet man nicht mehr damit, dass grössere Flüsse und Seen im Kanton Bern über die Ufer treten. Das sagte am Montag Bernhard Schudel, Vorsteher der Abteilung Gewässerregulierung im AWA, auf Anfrage.

«Der Regen hörte im richtigen Moment auf», sagte Schudel am Montagvormittag. Nicht auszuschliessen sei aber, dass es an kleineren Gewässern noch zu Überschwemmungen komme. Schliesslich sagten die Meteorologen weitere Gewitter voraus.

«Es war eine anstrengende Woche», sagte Schudel, der mit seinem Team für die Regulierung der grossen Berner Gewässer zuständig ist. Es sei gut gearbeitet worden. Letztlich entscheide aber die Dauer und die Intensität der Regenfälle, ob es zu Überschwemmungen komme oder nicht.

Diesbezüglich sei die Situation der letzten Tage nicht zu vergleichen mit den Ereignissen von 2005 und 2007. In diesem Jahr handle es sich um ein Ereignis, «das mit mit dem Gewässersystem von Seen und Aare noch zu bewältigen ist.»

Aufgefallen ist Schudel, dass die Bewohner des Kantons Bern immer mehr die Abflussdaten konsultieren, welche Bund und Kanton im Internet zur Verfügung stellen. Wenn eine Messstation ausfalle, werde das den Behörden gemeldet. An der Zuverlässigkeit der Daten müssten Kanton Bern und Bund arbeiten. Auch für die Fachleute bei Kanton und Bund sei es wichtig, dass diese Daten zur Verfügung stünden.

SDA/mb

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